Dienstag, 7. Juli 2009

Es ist schon spät ...

... die Sonne scheint (ein wenig rötlich) - sie ist wie in kleines Kind und will einfach nicht schlafen gehen - aber ich bin müde, habe morgen 1200 km (gemeinsam mit dem Neffen) zu fahren, deshalb einfach nur die Fotos von unserem heutigen Tag.

Sonntag, 5. Juli 2009

Top of the World

Es gibt einen Aufkleber: We survived the Dempster Highway - Ja, Gerald und ich haben es geschafft. 723km Schotterstraße gemütlich in 2 Tagen und einem Abend. Gleich vorweg. Diese Tour gehört eindeutig zum Beeindruckensten, das ich bis jetzt sehen durfte. Während der Fahrt sahen wir die verschiedensten Landschaftstypen: Berge, Hochplateaus, enge Flusstäler, schier endlos anmutende Weiten von Tundra und Taiga. Alles in allem ein Traum.

Und wie bei allen Träumen - es gibt auch Schattenseiten: Gelsen - unendlich viele Gelsen. Nur wenn der Wind weht, ist es ein wenig leichter. Am erste Abend wollten wir z.B. auf einen Berg hinaufgehen. Ich habe nach 25 Minuten aufgegeben - neben den Anstrengungen des Anstieges auch noch gegen die Gelsen kämpfen zu müssen, war mir schlicht zu viel.

Aber abgesehen mal von den Gelsen - es ist wirklich imposant; vor allem, dass es hier nicht Nacht wird - nein, es geht nicht mal die Sonne unter.

Samstag, 4. Juli 2009

Dawson City bis Eagle Plains

Na ja, am vergangenen Donnerstag war ein ganz spannender Tag für mich - eigentlich begann er schon am Mittwoch abend. Irgendwie habe ich versehentlich den Autoschlüssel aus meiner Jackentasche ausgestreift und es erst gegen 21:00 bemerkt. Natürlich machte ich mich gleich auf die Suche in der ganzen Ortschaft von Dawson Creek, konnte ihn aber auch mit vereinten Kräften mit meinem Neffen nicht finden. Ich fand aber ein kleines Papierl von dem Zuckerersatz, den ich normalerweise benutze an einer bestimmte Stelle, sodass ich annahm, dort meinen Schlüssel verloren zu haben. So hoffte ich, ihn am nächsten Morgen irgendwo zwischen Postamt, Fremdenverkehrsbüro und RCMP zu bekommen. Es hat dann doch bis Nachmittag gebraucht, dass ich ihn bekommen habe - ich war eigentlich schon drauf und dran einen Mechaniker zu organisieren - ich stand an der Fähre - als plötzlich ein RCMP - Truck vorfuhr und die Polizistin mir meine Schlüssel brachte - ein Stein fiel mir vom Herzen.

Dann noch zum Mechaniker wegen eines scheppernden Geräusches - die Bremsen mussten gewechselt werden - auch das ging sehr schnell. So konnten Gerald und ich noch am Abend aufbrechen um den ersten Campground an der Dempster Road bei KM 72 zu erreichen.

Kurz gesagt: Diese Reise hat schlicht Kitschfaktor 1000 - so gewaltige Panoramen habe ich eigentlich noch nie sehen können - und das ging im Wesentlichen die nächsten 300 Kilometer so weiter am nächsten Morgen. Die Straße ist in ganz gutem Zustand, sodass wir ganz gut weiterkommen - ein Whermutstropfen sind aber die vielen Gelsen, die wirklich sehr lästig sein können - besonders in der Nähe von Sümpfen sind sie unausstehlich - aber damit muss man halt umgehen lernen ...

Nun aber die Bilder

Mittwoch, 1. Juli 2009

Von Whitehorse nach Dawson City

Endlich haben wir besseres Wetter. Am Montag waren wir im Berengaria Museum und holten uns einen Einblick über die eiszeitlichen Verhältnisse in dieser Region (vor allem ging es um die Megafauna vor ca. 25 000 Jahren und die Menschen, die die trockengefallene Landbrücke - eigentlich ein Gebiet so groß wie Europa - die wir Beringstraße bezeichnen, benutzten um von Asien nach Amerika überzuwechseln). Anschließend noch der Versuch in den Kluane National Park zu kommen (aufgrund der vorgestrigen Witterung haben wir das aber aufgegeben) - Abendspaziergang, japanisch essen ...

Am nächsten Morgen brachen wir bei strahlender Witterung mit dem Ziel Dawson City auf. Die Landschaft, praktisch menschenleer, offenbarte sich in einer Pracht, die mit Worten kaum zu beschreiben ist. Deshalb lasse ich halt Bilder sprechen *ggg*.

Am Abend in Dawson City angekommen, checkten wir beide in der wildesten Jugendherberge, die mir jemals untergekommen ist, ein. Lustigerweise war mir die Situation fast geläufiger als meinem Neffen - das ganze hat wirklich einen Hauch der Hippiezeit der 60er Jahre - würde mich nicht wundern, wenn Janis Joplin irgendwo auftauchen würde (na ja - eigentlich schon - sie starb ja schon 1972). Jedenfalls kein Strom, kein (warmes) Fließwasser, zum Baderaum (mit Kübeln) gibt es einen Ofen zum Wasserheizen - wirklich rustikal aber irgendwie auch nett (übrigens bin ich dort nicht der Älteste).

So - und nun die Bilder:

Montag, 29. Juni 2009

Whitehorse und Umgebung

Nach der Hl. Messe die ich im Dom mitfeierte - stellt euch bitte ja nichts auch nur annähernd europäisch anmutendes darunter vor - bereiteten wir uns beide unser Frühstück auf der aufgeklappten Bordwand der Ladefläche zu (Kaffee kochen am Gaskocher, Brot, Butter und Schinken und anschließend Erdbeeren vom Supermarkt). Danach machten wir uns auf, die nähere Umgebung zu erkunden (am Ende des Tages werden es dann um die 400 km mehr auf dem Tachometer sein).

Erstes Ziel war der Atlin Lake und die kleine Ortschaft Atlin am Ende der Straße. Ein kleines amerikanisches Dorf, welches schon bessere Zeiten erlebt hat, umringt von einem umwerfenden Panorama. Kleine Rundgang, fotografieren, einen Kaffee gekauft - und wieder zurück auf ca. 80 km Gravelroad.

Danach fuhren wir nicht gleich heim, sondern nahmen den Weg Carcross zum White Pass, über den vor über hundert Jahren zur Zeit des Goldrausches im Yukon die Abenteurer, Goldgräber und andere abenteuerliche Gestalten vom Pazivikhafen Skagway in diesen Landstrich geströmt sind. Damals waren die Umstände andere, es war teilweise Winter und noch keine Straßenverbindungen vorhanden - Sehr viele Menschen starben auf diesem Weg. Nichtsdestotrotz öffnet sich dem heutigen Besucher ein imposantes Bergpanorama.

Sonntag, 28. Juni 2009

Normalerweise heißt es ....

... wenn Englein reisen - aber irgendwie dürfte das in unserem (Mein Neffe Gerald und meine Wenigkeit) Falle sich nicht zu bewahrheiten. Donnerstag und Freitag hatten wir mit mehr oder weniger schlechtem Wetter zu dealen. Teilweise massive Schauer begleiteten uns auf unserem Weg. Aber wir konnten doch einige ganz faszinierende Ausblicke erfahren.
  • Donnerstag: Um ca. 8:00 brachen wir von Edmonton auf und fuhren den Highway in Richtung Grand Prairie, wo wir im dortigen Redemptoristenkloster einen Kaffee gemeinsam mit F. Eherer tranken. Anschließend ging es nach einem Einkauf bei Wal Mart weiter über Dawson Creek und Ft. John nach Ft. Nelson in Northern BC - wir kamen dort um ca. 21:00 an - nach rund 1000 km Fahrt.
  • Freitag: Um ca. 9:00 brachen wir auf. Erstes Ziel war der Summit Pass, welchen wir zwar erreichten, aber zum Wandern kamen wir nicht - es schüttete. Danach fassten wir die Liard Hot Springs als Ziel ins Auge. Dort war es wirklich faszinierend. Mitten im Norden entspringen wirklich heiße Schwefelquellen, die einerseits die Badenden erfreuen, andererseits aber auch für ein ganz spezifisches Mikroklima dort sorgen, das für eine Flora sorgt, die man dort so gar nicht erwarten würde (erst mehr als 1000 km im im Süden). Wir fuhren an diesem Tag noch weiter nach Watson Lake um dort zu campen.
  • Samstag: Erster Punkt an diesem Tag war der Besuch des weltbekannten Schilderwaldes in Watson Lake. Im Jahr 1943 montierte ein Arbeiter beim Bau des Alaska Highlands angetrieben von Heimweh die Ortstafel seines Heimatortes an einem Pfahl. Seinem Beispiel folgten viele und heute findet sich dort ein Schilderwald mit über 40 000 Ortstafeln und Schildern aus aller Welt. Anschließend fuhren wir in der Provinzhauptstadt Whitehorse, wo wir für ein paar Tage Quartier nehmen.
Und nun ein paar Eindrücke:

Donnerstag, 25. Juni 2009

Die Reise geht los!

Es ist jetzt kurz nach 5 Uhr früh am Morgen. Die letzten Tage (vor allem der Montag und Dienstag) waren ereignisreicher, als ich es mir eigentlich wünschte. Also mal nach der Reihe:

Am Sonntag gabs BBQ bei Monika in ihrer Cabin (altes Holzhaus - ich meine richtig alt - viel improvisiert, aber wirklich gemütlich - ein schöner Abend mit beeindruckendem Sonnenuntergang).
Am Montag ging es dann zeitig in der früh (3/4 6) ab nach McLennan. Dort hatte ich ein Gespräch mit Erzbischof Pettipas, gemeinsames Mittagessen, Verstauen eines Großteils des Gepäcks (was ich auf der Reise nicht brauche) im Keller, wo es bleibt bis war am 11. Juli das Auto zurückbringen) - und dann Weiterfahrt nach Edmonton über die Swan Hills. Und hier begannen die Probleme.

Das Auto wurde immer schwächer - es war teilweise mühsam auf die Hügel hinaufzukommen. Ich vermutete zuerst die Zündkerzen - na ja bis Whitecourt bin ich mal gekommen - aber leider hatten dort die Werkstätten schon geschlossen - in einem Teilemarkt habe ich dann mal einen neuen Luftfilter besorgt und selbst eingebaut und mich auf die Socken gemacht nach Edmonton - na ja, irgendwie konnte ich schon mit den 100km/h mithalten, aber alles in allem - mühsam.

Na ja - am Dienstag fuhr ich mal in eine Werkstatt - der Mechaniker stellte nach kurzer Fahrt fest - das sind nicht die Kerzen - das sind die BEIDEN Katalysatoren - die sind blockiert und schicken tw. Abgase zurück. Wird aber in seiner Werkstatt nicht gemacht - er vermittelte mich zu einer anderen kleinen Werkstatt mitten in der Stadt - wieder mit Bauchweh auf den Weg gemacht.

Kurz und gut: Katalysatoren gewechselt, Erzdiözese zahlt, ich glücklich, Neffen mit noch erträglicher Verspätung (ca 1/2 Stunde) abgeholt.

Wir trafen uns dann mit einer Chemikerin der Universität Edmonton, die gerade an ihrer Dissertation laboriert (im wahrsten Sinne des Wortes) - waren gemeinsam essen (eher teuer) - anschließend noch in einem Irish Pub (mit wirklich guter irischer Live Musik) - danach spät ins Bett.

Gestern dann habe ich meinen Neffen in der Stadt abgesetzt (er wollte noch mal seine Bekannte treffen - Labortratsch sozusagen) - ich habe mich ein wenig in Edmonton herumgetrieben, einen Leatherman gekauft (nachdem ich den alten wieder mal irgendwo verstreut habe - ist nicht ganz billig, aber ich komme ohne dieses Zeugs nicht mehr aus) - wieder zurück nach St. Albert (in diesem Stadtteil befindet sich das Zentrum der OMI bei denen wir wohnen) - dort Mittagessen mit dem ehemaligen, jetzt pensionierten Erzbischof von Grouard-McLennan Msgr. Gimeaux, Treffen mit F. Filion (meinem Vorgänger in Assumption) und dann wieder zurück in die Stadt, Neffen aufnehmen und in die West Edmonton Mall - Geld ausgeben (na ja, so schlimm war es dann auch nicht). Essen in der Spaggetti-Factory, zurück nach St. Albert - danach ein nahe gelegenes Pub zu Fuss aufgesucht, geplaudert, seit dem 23. November das erste Bier getrunken, schlafen gegangen - und jetzt muss ich diesen Kurzbericht schließen - Koffer packen und alles herrichten für die große Reise - heutiges Ziel: Ft. Nelson in Norther BC - sind mal so knapp 1000 km