Freitag, 27. Februar 2009

Aschermittwoch in Meander River

Am Donnerstag feierte ich in Meander River in der Elementary School den Aschermittwochgottesdienst. Besonders beeindruckend waren die Traditional Drummers von den Dene Tha. Am Anfang und am Schluss sangen sie ein Gebet in ihrer Sprache.
Lied am Beginn:


Lied am Ende


God bless you

Donnerstag, 26. Februar 2009

Hiemit erfülle ich einen Auftrag

Jener, der ihn mir gegeben hat, wird sich schon auskennen ;-))
Nach der Aschenkreuzfeier in der Schule in Chateh bin ich zum Detachment der RCMP (Royal Canadian Mounted Police - kurz Mounties) gefahren. Die Postenkommandantin hat mich eingeladen und einer Ihrer Mitarbeiter hat sogar die Galauniform angezogen für ein Fotoshouting. Gleich vorweg: der betreffende Officer machte es nicht ungern (ich glaub die Mounties sind ein sehr traditionsbewußter Polizeicorps) - Interessant war, dass z.B. die Sporen an den Stiefeln Erbstücke sind (der Officer ist der dritte Eigentümer seit 1952).
Dem Detachment in Assumption sind 6 Polizisten zugeteilt, die im Wesentlichen die ganze Polizeiarbeit auf einem Areal in der Größenordnung von Oberösterreich erledigen (gut, es gibt mal ganze 3 Orte im gesamten Gelände - aber die Entfernungen sind doch zu überwinden). Gleichzeitig im Dienst sind 2 oder manchmal auch nur 1 Officer. Es wird auch ein kleines Gefängnis mit 6 normalen und 2 Ausnüchterungszellen betrieben. Auch übernehmen sie auch die Agenden der Feuerwehr, wenn es notwendig sein sollte (es kommt keine freiwillige Feuerwehr zustande - Fahrzeug gibt es aber eines). Sollten Spezialeinheiten gebraucht werden, benötigt das ca. 15 Stunden, Forensiker können auch schon von Peace River in 5 Stunden da sein. Es wird aber unter den einzelnen Detachments ausgeholfen (High Level ist ja einsatzmäßig gefahren wirklich ein knappe Stunde weg).
Die Officers bleiben im Schnitt zwei Jahre am Dienstort in den Reservaten und kommen dann an andere Dienststellen. Für die Zeit im Reservat haben sie Dienstwohnungen (ich glaube herausgehört zu haben, dass die Polizisten im Reservat leben müssen - aber beschwören kann ich es nicht)
God bless you

Mittwoch, 25. Februar 2009

Ich muss es einfach schreiben ...

Mein Thermometer zeigt gerade um 8:05

- 40,1°
Sonnenaufgang vor dem Pfarrhof

Samstag, 21. Februar 2009

Mein zweites Begräbnis in Meander River

Am vergangenen Freitag, dem 20. Februar, hatte ich mein zweites Begräbnis in Meander River. Diesmal war es ein 31jähriger Mann, der als Lastwagenfahrer in Edmonton gearbeitet hat. Er wurde am Vorabend des Valentinstages in einer Bar in Edmonton erstochen, und konnte trotz sofortiger Einlieferung ins Krankenhaus nicht mehr gerettet werden. Er hinterlässt eine Lebensgefährtin und einen etwa 10 Jahre alten Sohn.

Für mich sehr beeindruckend war die Mutter des Getöteten. Sie hat das Begräbnis wirklich sehr gut vorbereitet - es war sogar ein kleiner Chor und ein Gitarrist zur Verfügung. Die Musik selber war eher nicht mein Geschmack (Country Style) - aber andere Länder, andere Sitten. Jedenfalls waren sehr viele Menschen in der Kirche in Meander River.

Angehörige lasen die Lesung und auch die Fürbitten. Betroffen hat mich gemacht, dass der Sohn der Verstorbenen am Ende der Hl. Messe einen Brief an seinen Vater verlas. Eine Schwester von ihm trug ein Gedicht vor - und was ich bei den letzten beiden Begräbnissen im Meander River mitbekommen habe, scheint es Tradition zu sein, eine sogenannte Eulogy zu halten (etwas, was bei uns eher nur bei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gemacht wird). Anschließend verabschieden sich alle einzeln am offenen Sarg, dabei kommen auch Zärtlichkeitsbezeugungen wie streicheln oder Küssen des Leichnams vor. Anschließend wird der Sarg in einen Truck eines Familienangehörigen verfrachtet und zum Friedhof gebracht.

Im letzten Fall war das aber die traditionelle Burial Site in Indian Cabins, mehr als 100km nördlich von Meander River.

Wie ich dort mit der mich begleitenden geistlichen Schwester dort eintraf, brannte dort in der Nähe der Grabstelle ein Lagerfeuer und heißer Tee wurde an derselben gekocht. Nach einiger Zeit kamen eher lose verteilt die anderen und der Truck mit dem Sarg. Ich verwendete den Kurzritus für Beerdigungen, erweiterte ihn aber um ein paar Symbole aus unserer Tradition (Erde - mit Deutung und Einstecken des Kreuzes in die Erde).

Was auch noch interessant ist: Die Leute kommen eher informell gekleidet zu Begräbnissen (ich muss ehrlich sein, ich habe auch nur die Stola über meine Lederjacke geworfen - es ist auf den traditionellen Friedhöfen eher rustikal, und da das Wetter eher wärmer war, wollte ich meine Albe nicht verschmutzen). Und das Grab wird noch während des Nachwerfens von Erde auch gleich zugeschaufelt. Es sind 2 oder 3 Schaufeln am Grab und ein paar Leute geben auch gleich mal 2 oder 3 Schaufeln voll Erde in das Grab - andere geben eher tradtionell eine Handvoll hinein - und das Totenmahl fand offensichtlich gleich beim Friedhof statt (nur Sr. Rose und ich wollten noch zu den Alexandra Falls, so dass wir doch nach dem Begräbnis sehr schnell weiterfuhren).

Apropos Alexandra Falls
diesmal habe ich etwas schönere Fotos von diesem gemacht (diesmal hatte es ja frühlingshafte -4° und es war noch dazu windstill und sonnig)
enjoy them
Alexandra Fall
God bless you

Freitag, 13. Februar 2009

Olympiade und Pathos

Im Jahr 2010 findet in Vancouver die Winterolympiade statt. Was mich fasziniert ist, dass dieses Ereignis medial genutzt wird - zumindest habe ich für mich den Eindruck gewonnen - um so eine Art "kanadisches Wir-Gefühl" zu befördern. Z. B. wird von ca. insgesamt 12 000 Läufern, die Fackel mit dem Olympischen Feuer quer durch das Land, von Newfoundland-Labrador quer durch alle Provinzen bis in den äußersten Westen nach Vancouver transportiert. Dafür wurde von der Fa. Bombadier (die machen normalerweise Straßenbahnen u.ä.) eine eigene Fackel entwickelt.

So weit so gut - was mich als Europäer eigenartig anmutet, ist der Pathos, mit dem das alles kommuniziert wird. Richtiggehend wird Einheitsgefühl beschwört. Sei es durch Musik, Bilder und auch die Wahl der Sprache - alles strotzt meines Empfindens nach von Pathos und dieser Pathos findet auch Eingang in die ganz normalen Nachrichten.

Überhaupt werde ich generell den Eindruck nicht los, dass in Kanada das Nationalgefühl nahezu schon fanatische-religiöse Züge annimmt. Z. B. hatte in einer kleinen Grundschule in New Brunswick im Osten ein Schuldirektor das tägliche Abspielen und Absingen der Nationalhymne ziemlich reduziert (von täglich auf einmal monatlich) - Folge: Debatten im Nationalparlament in Ottawa, Psychoterror für den betreffenden Direktor und immerhin weiß ich auch von der ganzen Geschichte am Anfang vom Nirgendwo (ca. um die 5000 km entfernt) - es wurde ja immerhin über zwei Wochen lang immer wieder in den Nachrichten aufgefrischt.

Ohne es natürlich beweisen zu können, habe ich das Gefühl, dass doch versucht wird, diesen zweitgrößten Flächenstaat der Welt (mit gerade so viel Einwohnern wie Spanien oder Polen), mit seinen vielen Ethnien mittels einer Art "Staatsreligion" zusammenzuhalten.

Donnerstag, 12. Februar 2009

ich wurde gerade umgebucht

Damit verkürzt sich leider mein Aufenthalt in Vancouver um 2 Tage und somit komme ich schon am Dienstag, 21. Juli um ca. 18:00 in Schwechat an. Na ja, auch nicht so schlimm; möglicherweise werde ich dann vielleicht schon 2 oder 3 Tage früher meine Abschlusstour in den hohen Norden antreten - das muss ich mir aber noch mit Erzbischof Pettipas ausmachen ...

God bless you

Sonntag, 8. Februar 2009

Jetzt bin ich mal so richtig gemein ...

... und erzähle, was ich am Ende meines Aufenthaltes hier in Kanada gemeinsam mit meinem Neffen (der mich zu dieser Tour besuchen kommen wird) vorhabe.

Am 28. Juni feiere ich um 12:30 die letzte Hl. Messe hier in Chateh. Danach hat mir Erzbischof Pettipas noch bis zum 15. Juli den Truck zur Verfügung gestellt, damit ich noch meinen großen Ausflug machen kann.

Nur die wichtigsten Stationen und dazu wenn vorhanden ein Link

Insgesamt werden wir 18 Tage für diese Tour haben, insgesamt sind es etwa 7000km - ein paar Strecken werden wir sicher mehr durchfahren, bei anderen lassen wir uns sicher etwas mehr Zeit - aber alles in allem glaube ich kann ich nur für mich sagen: It´s a typical once in a live time chance to do this.

Ich freue mich schon irrsinnig drauf ...