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Sonntag, 31. Mai 2009

Samstag morgen, 1/2 5 ...

... eine seltsames regelmäßiges Geräusch lässt mich aus den Schlaf erwachen - dachte erst mal an Regen. Na ja, aber irgendwie ließ es mich dann doch keine Ruhe. Ich ging mal in die Küche, dann ein kurzes Alarmsignal, ein Blick aus dem Küchenfenster - tatsächlich DAS Feuerwehrauto von Chateh im Einsatz, und das vor meiner Haustür. Also mal angezogen und dann vor die Haustür. Die Postenkommandantin der Polizei begrüßt mich freundlich (sie ist ja eine der beständigsten Messbesucherinnen am Sonntag) und die anderen Polizisten sind gerade beim Löschen (die Mounties in den Reserves dürften tatsächlich so eine Art Universalauftrag haben: Polizisten, Sozialarbeiter, als Paramedic habe ich einen auch schon gesehen, Feuerwehr ... - fragt nicht weiter, warum das so ist).



Eines der Nachbargebäude hat Feuer gefangen. Und dass das angeblich in Nordamerika mit seiner speziellen Bautechnik und Bauordnung eher einfach ist, ist mir auch einigermaßen klar. Teerschindeln sind die Standarddachdeckung, freilaufende Stromleitungen, kreuz und quer durch das Siedlungsgebiet, Hausanschlüsse werden direkt von den Masten heruntergezogen, die Hausgasanschlüsse sind ungeschützt neben den Außenmauern der Häuser (im Reservat genau so wie downtown Toronto) ... irgendwie dürfte man eine Technik gefunden haben, dass die halbe Provinz Alberta (die ja mehr oder weniger auf einem Gemisch von Öl und Erdgas schwimmt) bei den vielen Haus- und Buschbränden bis jetzt nicht in die Luft geflogen ist *gg* ...

übrigens: Brand löschen auf chinesisch: 滅火 nein, mir ist nicht fad!!!!!

Freitag, 20. März 2009

Schnee schaufeln im T-Shirt

Wenn man nichts zu erzählen weiß, dann spricht man über´s Wetter.

Na ja, so ist es auch wieder nicht, aber ich muss zugeben, jetzt schon länger nichts mehr in den Blog geschrieben zu haben. Also versuche ich mal die "Erlebnisse" der letzten Woche zusammenzufassen. Am Montag hatte ich mein erstes Begräbnis hier in Chateh - eine etwa 50jährige Frau, die eher ein unstetes Leben führte und letzendlich vermutlich an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums in Grand Prairie im Spital verstarb. Gott sei Dank war dann doch noch die Schwester von ihr etwa eine Stunde vor dem Begräbnis bei mir und gab mir zumindest ein paar Hinweise zu ihrem Leben, dass ich zumindest eine einigermaßen der Situation gerechte Begräbnisfeier aufstellen konnte. Ich bin heilfroh, dass mir Monika Schmidt vor ein paar Wochen ein ganz gutes Buch mit ausgearbeiteten Begräbnisfeiern geliehen hat. Es hat mir wirklich schon sehr oft geholfen. In einer Fremdsprache spontan auf Situationen einzugehen, ist ja wirklich nicht einfach und meist muss ich froh sein, wenn ich wenigstens eine halbe Stunde vor dem Begräbnis zumindest mit irgendjemand sprechen kann, der die Person kannte und auch über die Umstände des Todes Bescheid weiß.

Von Freitag voriger Woche bis am Montag Nachmittag hatte ich ein ganz massives Wasserproblem - nämlich durch die Decke, Die Deckenisolation des Hauses ist so schlecht, dass die Heizung das Dach aufheizt und sich im Laufe der Zeit ein Eispanzer bis zu 30cm dick dort festgesetzt hat. Durch das teilweise Tauen während des Tages hat sich Wasser durch manche Bereiche des Eises durchgearbeitet und irgendwie auch die Teerschindeln passiert - wie auch immer, drei Tage lang habe ich an wechselnden Stellen insgesamt 7 Wassereinbrüche durch die Decke gehabt. Interventionen bei der Band, das Problem zu beheben, waren nicht wirklich von unmittelbarem Erfolg gekrönt - am Montag schaute nach mehrmaliger Intervention der erste Arbeiter mal vorbei; am Dienstag vormittag kam dann ein anderer, am Abend ein dritter - wobei letzterer mir am kompetentesten vorkam. Am Mittwoch morgen kam dann der erste mit einer Leiter und einer Schneeschaufel - einen Eiskratzer gab ich ihm dann. Er probierte ein wenig herum, machte ausgiebigste Pausen und verschwand dann irgendwann, ohne irgendetwas zu sagen. Da er die Leiter hier ließ, probierte ich es dann selber und musste erkennen, dass es mit Schaufel und Eiskratzer wirklich nicht ging.

Endlich, heute Donnerstag am Nachmittag kam jener Mann mit drei weiteren Arbeitern, der mich zwei Tage vorher am Abend besucht hatte. Diesmal mit Vorschlaghammer - und - nach 2 Stunden war das ganze Eis herunten. Und demnächst wird die Deckenisolation verstärkt (15cm sind einfach zu wenig - er spricht davon, dass mindestens 30cm, wenn nicht sogar etwas mehr notwendig sind, um das Durchkommen der Wärme zu verhindern.

Jedenfalls bin ich mal froh, dass nach menschlichem Ermessen kein weiteres Wasser eindringen wird ...

So und jetzt mal zur Überschrift: Am verrücktesten ist jetzt in dieser Zeit die Temperatur: An der Sonne klettert das Thermometer tatsächlich auf über 20° obwohl die Lufttemperatur vielleicht mal - 10° beträgt. Wenn man direkt der Sonne ausgesetzt ist, und kein Wind geht, dann hält man es schon eine Zeit lang im T-Shirt draußen aus. Und tatsächlich habe ich im T-Shirt heute Schnee und Eis, das vor der Haustür lag (wegen der Räumung des Daches), weggeräumt - ca. 10 Minuten; ohne dass mir dabei nur ansatzweise kalt geworden wäre. Ja - und der Tag wird jetzt auch signifikant länger; Sonnenuntergang ist irgendwann jetzt um 1/2 8 Uhr abends - Und das wird weitergehen bis zu jenen Nächten ab Ende Mai, an denen es trotz untergegangener Sonne gar nicht mehr so 100% dunkel wird und auch mitten in der Nacht immer ein violettes Glimmern am Horizont sichtbar sein wird.

Und zum Abschluss noch das neueste Foto von mir. Ich sage es mal so: ich vertraue nur österreichischen Friseuren :-)
God bless you

Samstag, 7. März 2009

Pax Britannica??

Im alten Rom gab es das Wort von der Pax Romana. Besonders ab Kaiser Augustus (nachdem er sich seiner Konkurrenten Antonius und Pompejus entledigt hatte - war dabei übrigens gar nicht zimperlich) wurde es sehr gebräuchlich, um sozusagen die Kriegsziele des römischen Heeres eigentlich für die nächsten Jahrhunderte zu definieren: Ziel römischer Expansion war offiziell eigentlich nie Eroberung um des Landgewinnes sondern es ging um Befriedung und Expansion der Zivilisation (sozusagen als Staatsidee) gegen die so genannten Barbaren (die Fremdvölker - die "Stammler" wie das griechische βάρβαρος auf Deutsch bedeutet). Dabei war man über die Zeiten wirklich nicht zimperlich und die generelle Idee im römischen Reich war, die Völker letztendlich römisch zu assimilieren (was irgendwie auch gelungen scheint, man bedenke nur die Verbreitung der romanischen Sprachen von Portugal über Frankreich bis nach Rumänien), auch wenn ein gehöriger Schuss griechischer Kultur hinzukam und gerade in der Spätzeit des römischen Reiches auch orientalische Einflüsse immer stärker wurden. Also, das war mal nur zum Verständnis der Überschrift.

Seit ich hier im Norden Albertas bin, wurde ich schon des öfteren mit dem Begriff der sogenannten Residential Schools konfrontiert. Diese Schulen dürften auf die Urbevölkerung Kanadas mit ihren Hauptgruppen der First Nations, der Inuit im Norden und der sogenannten Metìs einen ganz gewaltigen negativen Einfluss gehabt haben. Über die Details kann man ganz gut in Wikipedia nachlesen ... Um was es mir hier geht, ist, dass ich denke, auch wenn ich das übrige dazunehme, was ich von der Geschichte Kanadas bis jetzt erfahren habe, dass es vergleichbar mit der römischen Pax Romana eine Pax Britannica gibt.

Durch die ganze Zeit, nahezu seit der Zeit ihrer Ankunft im 17. Jahrhundert, versuchten besonders britisch-stämmige Kanadier sozusagen eine Leitkultur herauszubilden, der zu assimilieren es sich gilt (oder auch galt - das aber festzustellen, bedarf es mehr als eines Jahres Aufenthalt). Das hat auf jene Gruppen in Kanada einen massiven Impakt, die nicht dieser Leitkultur angehören - einmal natürlich auf die Urbevölkerung, die teilweise brutal im 19. Jahrhundert in Verträge hineingepresst wurden, die heute noch immer gelten, bzw. auf die Frankokanadier, deren Sprache erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auch außerhalb der Provinz Quebec als gleichwertige Amtssprache anerkannt wurde (nachdem in dieser Zeit Kanada hart an der Grenze bewaffneter Auseinandersetzungen gestanden hat - und die Idee eines unabhängigen frankophonen Staates Quebec geistert noch immer mehr oder weniger deutlich in der Gesellschaft herum).

Natürlich: Es kann heute überall französisch gesprochen werden, auch vor Ämtern in Kanada (auch wenn die Frankokanadier sicher besser Englisch beherrschen als es umgekehrt der Fall ist - in punkto Faulheit zum Fremdsprachenerwerb können es die Anglokanadier durchaus mit den Deutsch sprechenden aufnehmen); auch gibt es seit den 80er Jahren keine Residential-Schools mehr (es wurden im Gegenteil gewaltige Summen an Wiedergutmachung ausgezahlt - zynisch gesprochen kommt diese jetzt sowieso wieder den "Weißen" zu gute, weil es ist ja schon faszinierend, wie viele neue Autos - und zwar keine kleinen - in den Reservaten unterwegs sind - auch eine Form eines vorgezogenen stimulus packages).

Aber was auffällt: Unterschwellig nehme ich von Seiten der anglokanadischen Bevölkerung bei aller Freundlichkeit und Höflichkeit doch eine gewisse Spannung war - oder ich möchte es eher eine kühl berechnende Form der Aggression bezeichnen. Das äußert sich einmal im Umgang mit der Natur, in der Art, wie über jene sich geäußert wird, die nicht so ganz dem common way of life sich anpassen - und obwohl um einiges sicherer als der große Nachbar im Süden, ist doch die Anzahl der Gewaltdelikte nicht unerheblich. Ein weiteres Indiz für diese latente Gewaltbereitschaft, die sich, wie gesagt irgendwie ganz gut verbirgt, aber doch irgendwie spürbar wird, ist Eishockey - zumindest wie dieser Sport hier betrieben wird. Ich habe immer gemeint, dass Bodychecks einfach passieren aber es im wesentlichen darum geht, einen Puck im gegnerischen Tor zu versenken - weit gefehlt: Es geht um den Kampf (es soll sogar in der ersten Liga Spieler geben, die als Eishockeyspieler eher mittelmäßig sind, aber dafür zu raufen wissen) und Raufereien am Eis werden hier als Höhepunkte gehandelt. Aber es wird vollmundig verkündet, dass dieser Sport die Nation zusammenbringt (Assoziationen mit dem Kollosseum und dem Prinzip Panem et Circenses steigen mir da auf) - Botschaft auf CBC: "Watch Hockey Nigth in Canada! - The sport which brings our Nation close together" - Vor Weihnachten starb übrigens ein Hockey-Player an einem Schädel-Hirn-Trauma als Folge einer solchen Rauferei (aber anstatt jetzt massiv die Regeln entsprechend abzustimmen, damit diese Raufereien verschwinden, wird tatsächlich prominentest für das Weiterbestehen dieser Raufereien eingetreten - Gladiatorenkämpfe).

Wenn ich dieser Wahrnehmung jetzt noch so manche historischen Gegebenheiten der letzten 500 Jahre hinzufüge, so manch Philosphien aus dem angloamerikanischen Raum ansehe, die teilweise Brutalität von weltanschaulichen Auseinandersetzungen in Nordamerika betrachte, komme ich nicht umhin, eine stark individualisierte Gesellschaft vor mir zu sehen, die mehr oder weniger mühsam durch Traditionen und Regeln zusammengehalten wird.

Irgendwann werde ich weiterschreiben ...

God bless you

Sonntag, 1. März 2009

Biertisch und Journalismus

Das Politiker undifferenziert und vereinfachend herumpoltern um die Lufthoheit über die Stammtische zu bekommen, ist ja weidlich bekannt. Was ich aber vor zwei Tagen in den kanadischen Nachrichten aus dem Mund des Starkommentators hörte, das hätte in Österreich dem nach oben gespülten Generalvertreter einer Ideologie, die schon 64 Jahre lang auf der Müllhalde der Geschichte verrotten sollte, alle Ehre gemacht.

Zuerst einmal der Hintergrund. Vielleicht habt ihr schon mal mitbekommen, dass Präsident Obama unter anderem einen neuen politischen Kurs bezüglich des Klimawandels und des Umweltschutzes fährt. Unter anderem ist dabei auch das Thema "Dirty Oil" von den Athabascan Oilsands (oder auch tar sands) zur Sprache gekommen.

Worum geht es dabei: Die kanadische Provinz Alberta beherbergt Ölreserven, die zu den weltgrößten gehören. Nur leider liegt dieses Öl in einer etwas ungünstigen Form vor, nämlich als Ölschiefer. Was nichts anderes heißt, als dass das Erdöl in Stein bzw. Sand (ich glaube in der Konsistenz nicht unähnlich unserem Flins) gebunden ist (übrigens gibt es das auch in Österreich, genauer gesagt im Tiroler Bad Pertisau - nur dort macht man daraus Kosmetik). Vorteil ist aber wiederum, dass dieser Ölschiefer zu einem guten Teil per Tagbau erschlossen werden kann. Der abgebaute Ölschiefer wird destiliert und die Abwässer in grossen Teichen (sprich in europäischen Verhältnissen Seen) gebunkert. Da die Abbauzonen fast ausnahmslos in den borealischen Wäldern des Nordens der Provinz liegen, wird durch diese Bergbautätigkeit der Natur auf großen Flächen so großer Schaden zugefügt, dass sich die betroffenen Areale wahrscheinlich über Jahrhunderte nicht erholen werden (das kann man in etwa vergleichen mit der Zerstörung von Grasnaben im Hochgebirge - die bedürfen auch einer ungestörten Regeneration von etwa 30 Jahren - im Falle natürlich der borealischen Wälder mit ihren Fichten und Birken unter den Bedinungen einer Vegetationsphase von Mai bis in Etwa Ende Oktober und Winterdurchschnittstemperaturen von etwa -15° bis -20° kann das natürlich um einiges länger dauern).
Eine weitere Abbaumethode sieht das Einpumpen von Wasserdampf in unterirdische Lagerstätten vor, um das Öl sozusagen aus dem Fels herauszudestilieren. Auch dieses Öl - Wasserdampfgemisch hinterlässt nach dem Herauslösen des Öls eine stinkende giftige Brühe, die ebenfalls meines Wissens in grossen Klärbecken gelagert wird.

Was ist nun genauer passiert: National Geographic, ein bekanntes amerikanisches Magazin (welches auch auf deutsch erscheint - vielleicht kann es jemand besorgen - dann könnt ihr nachlesen) berichtet in seiner gewohnt gut gemachten journalistischen Aufmachung mit vielen, hervorragenden Bildern von diesen Abbauzonen nördlich von Fort McMurray in North Eastern Alberta. Und natürlich ist anzunehmen, dass dies nun einigen Profiteuren dieses Ölabbaus gar nicht so recht ist.

Was ich nun wirklich skandalös finde ist, dass in einer Nachrichtensendung der Chefkommentator des Senders CBC, Rex Murphy ganze 5 Minuten auf das tiefste über den Artikel herzog. Er sprach dabei von den vielen Menschen aus den Maritimes (das sind die Provinzen östliche von Quebec am Atlantik: New Foundland - Labrador, New Brunswick, Nova Scotia und als die kleinste von allen Prince Edward Island) die in Alberta Arbeit gefunden haben, von dem Nutzen, den alle Nordamerikaner von diesem Öl haben (ich auch, ich fahre ja jetzt auch ein Auto, das unter Idealbedingungen zwischen 15 und 16 Liter Normal säuft) und und und. Und zieh natürlich alle, die nicht dieser Meinung sind, gleich mal der Heuchelei, weil sie ja selber Auto fahren, weil im Falle National Geographic auch diese Zeitung selber gar nicht erscheinen könnte, würden nicht in Alberta (Oilberta) die vielen Wälder geopfert ... Insgesamt 5 Minuten bester Sendezeit nur für diese Philipika.

Rein inhaltlich gäbe es natürlich jede Menge hier anzumerken:
Ein paar Dinge seien erwähnt:
  • Zum Argument, dass Menschen aus ganz Kanada dort Arbeit fanden. Warum wird nicht genug unternommen, um die Binnenwirtschaft der Herkunftsregionen zu stärken - Weil eines ist auch klar: die ganzen Ölsiedlungen (auch in meiner Gegend - Zama und Rainbow Lake) sind nur für die Boomzeit aus dem Boden gestampfte Trailersiedlungen, die genau so schnell verschwunden sein werden, wie sie auftauchten (nachdem man den eigentlichen Eigentümern das Land um ein paar Kreuzer und billige Versprechungen abgeluchst hatte)
  • Die Abraumhalden vergiften auf Dauer die Umwelt - es gibt erste Berichte dass in der Siedlung Fort Chipewan es zu einer auffälligen Häufung an Krebserkrankungen über Jahre hindurch kommt (die ist tatsächlich statistisch signifikant)
  • Die traditionellen Jagd- und Fischereigründe der ansässigen Wood-Cree sind auf Generationen geschädigt, womit diesen Ethnien endgültig ihre angestammte Lebensgrundlage entzogen ist.
  • Bei allen lieben und netten Aktionen (z.B. One Million Acts of Green) bleiben die Ansagen der Politik im Bereich Umweltschutz sehr vage (da können Österreichs Grüne noch so gegen unsere Regierung wettern; im Vergleich zu dem in den Medien vermittelten kanadischen Grünprogramm ist eine allfällige Betriebsanlagengenehmigung einer Zementfabrik aus den 70er Jahren ein Grünmanifest)
Alles in Allem, es ist schon interessant, etwas tiefer in ein Land hineinzusehen - und vielleicht habe ich als jemand, der leicht misstrauisch wird, sobald etwas all zu schön und zu gut gefeiert wird, einen sechsten Sinn für so manches ... ich weiß nicht ...

Mit anderen Topics geht´s demnächst weiter

God bless you

Donnerstag, 26. Februar 2009

Hiemit erfülle ich einen Auftrag

Jener, der ihn mir gegeben hat, wird sich schon auskennen ;-))
Nach der Aschenkreuzfeier in der Schule in Chateh bin ich zum Detachment der RCMP (Royal Canadian Mounted Police - kurz Mounties) gefahren. Die Postenkommandantin hat mich eingeladen und einer Ihrer Mitarbeiter hat sogar die Galauniform angezogen für ein Fotoshouting. Gleich vorweg: der betreffende Officer machte es nicht ungern (ich glaub die Mounties sind ein sehr traditionsbewußter Polizeicorps) - Interessant war, dass z.B. die Sporen an den Stiefeln Erbstücke sind (der Officer ist der dritte Eigentümer seit 1952).
Dem Detachment in Assumption sind 6 Polizisten zugeteilt, die im Wesentlichen die ganze Polizeiarbeit auf einem Areal in der Größenordnung von Oberösterreich erledigen (gut, es gibt mal ganze 3 Orte im gesamten Gelände - aber die Entfernungen sind doch zu überwinden). Gleichzeitig im Dienst sind 2 oder manchmal auch nur 1 Officer. Es wird auch ein kleines Gefängnis mit 6 normalen und 2 Ausnüchterungszellen betrieben. Auch übernehmen sie auch die Agenden der Feuerwehr, wenn es notwendig sein sollte (es kommt keine freiwillige Feuerwehr zustande - Fahrzeug gibt es aber eines). Sollten Spezialeinheiten gebraucht werden, benötigt das ca. 15 Stunden, Forensiker können auch schon von Peace River in 5 Stunden da sein. Es wird aber unter den einzelnen Detachments ausgeholfen (High Level ist ja einsatzmäßig gefahren wirklich ein knappe Stunde weg).
Die Officers bleiben im Schnitt zwei Jahre am Dienstort in den Reservaten und kommen dann an andere Dienststellen. Für die Zeit im Reservat haben sie Dienstwohnungen (ich glaube herausgehört zu haben, dass die Polizisten im Reservat leben müssen - aber beschwören kann ich es nicht)
God bless you

Montag, 26. Januar 2009

Etwas für Feinspitze

Buffy Sainte Marie is a Canadian Singersongwriter, born in 1941 as a member of the Cree Nation of Northern Saskatchewan. In the age of about 4 or 5 years she was adopted by an American couple and growe up in Main and Massachusets. In the early 60´s she became quite famous in student circles and was an important member of the American Citizen Rights Movement. She is in a line with Pete Seeger, Joan Baez, Donovan and other Singersongwriters in those days. She was also a rather important artist in the peace movement against the Vietnam War. But now the song (with a little explanation ahead)


and additionally I found the lyrics to this song

I wrote "Universal Soldier" in the basement of The Purple Onion coffee house in Toronto in the early sixties. It's about individual responsibility for war and how the old feudal thinking kills us all. Donovan had a hit with it in 1965.

He's five feet two and he's six feet four
He fights with missiles and with spears
He's all of 31 and he's only 17
He's been a soldier for a thousand years

He's a Catholic, a Hindu, an atheist, a Jain,
a Buddhist and a Baptist and a Jew
and he knows he shouldn't kill
and he knows he always will
kill you for me my friend and me for you

And he's fighting for Canada,
he's fighting for France,
he's fighting for the USA,
and he's fighting for the Russians
and he's fighting for Japan,
and he thinks we'll put an end to war this way

And he's fighting for Democracy
and fighting for the Reds
He says it's for the peace of all
He's the one who must decide
who's to live and who's to die
and he never sees the writing on the walls

But without him how would Hitler have
condemned him at Dachau
Without him Caesar would have stood alone
He's the one who gives his body
as a weapon to a war
and without him all this killing can't go on

He's the universal soldier and he
really is to blame
His orders come from far away no more
They come from him, and you, and me
and brothers can't you see
this is not the way we put an end to war.

Jetzt mal ein "echter" Film

Bis jetzt habe ich die meiste Zeit ja Diashows gemacht - diesmal habe ich mich gespielt und einen kleinen Film geschnitten - gleich was für Besorgte: Windschutzscheiben werden in Alberta erst gewechselt, wenn sie auseinanderfallen; die Durchschnittszeit bis zum nächsten Steinschlag nach einem Wcchsel soll so bei zwei Wochen liegen. Defekte Windschutzscheiben werden auch nicht von der RCMP beanstandet (die hat ja das gleiche Problem)


Übrigens, heute hatte ich tatsächlich die Taufe:
Das ist die kleine Mana Maria und ihre Eltern - na ja, ist doch noch was geworden ...
God bless you

Samstag, 17. Januar 2009

Wieder in Fort Vemilion und Fox Lake

Monika und Klaus

Monika ist Pastoral Animator (so heißen die Pastoralassistenten hier in der Diözese) in Fort Vermilion. Sie und ihr Mann stammen aus Westberlin und sind vor ca. 20 Jahren zuerst nach Den Haag, anschließend 2 Jahre nach England und danach nach Kanada ausgewandert - mit von der Partie waren die jetzt erwachsenen vier Kinder. Klaus arbeitet in der Computerbranche und Monika absolvierte ihr Theologiestudium (Bachelor of Theologie) am John-Henry-Newman College in Edmonton. Sie schloss im Jahr 2006 als damals älteste Studentin mit knapp 50 Jahren ihr Studium ab und erhielt dann gleich das Angebot, in den Norden nach Fort Vermilion zu ziehen. Und jetzt leben sie und ihr Mann leben nun im Pfarrhof von Fort Vermilion.

Ich war dort am Donnerstag zum Abendessen eingeladen (und zur Übernachtung, weil ich ja am nächsten Morgen weiter nach Fox Lake musste) - der Abend war für mich sehr spannend. Soweit ich mitbekommen habe, ist Monika in fact eine Stütze des Bishofs in dieser Region - er scheint sich in vielen Dingen mit ihr zu beraten (es ist schon lustig, dass ihr die Aufgabe zufiel, meinen Priesterkollegen in High Level zu animieren, zu einem diözesanen Priestertreffen am kommenden Dienstag nach McLennan zu fahren - eigentlich wollte er es sich sparen - nein er ist kein P... - er ist Philipino ...; nun wird er mit mir mitfahren).

Die Gegend um Fort Vermilion ist sehr bunt bevölkert. Es ist die nördlichste Region in Kanada, wo noch Landwirtschaft betrieben wird. Eigentlich hat mich das angesichts der nahezu arktischen Bedingungen hier sehr verwundert. Aber Monika wies mich darauf hin, dass hier in Summe die selben Sonnenstunden wie in Calgary im Süden sind - nur halt etwas anders verteilt - im Sommer wird es hier nicht mehr wirklich finster. Die Sonne verschwindet dann vielleicht mal gerade für 5 Stunden hinter dem Horizont. Sie selber baut in ihrem Garten Gemüse an, erntet Himbeeren und andere einheimische Beeren, hält sich ein paar Hühner im Garten (obwohl lt, Gemeindeordnung verboten) und bekommt auch Fleisch von Farmern der Umgebung (bzw. Büffelfleisch und Deer von manchen Natives). Es wird sogar auf großer Fläche Gerste und Roggen angebaut obwohl mit der Aussaat oft erst im Mai begonnen werden kann (aber dann dürfte es wirklich sehr schnell gehen). Um auf die bunte Bevölkerung zurückzukommen: Neben diversen Natives (im Wesentlichen Cree und Beaver) kommen dazu noch relativ viele Deutsch- und Holländischstämmige - teils Katholiken, teils andere Konfessionen und sehr auffällig: Mennoniten. Umgangssprache ist aber Englisch, weil bis auf die Mennoniten (und die sprechen ein alte Plattdeutsch) nur noch selten die deutsche Sprache gepflegt wird. Und natürlich gibt es auch die "normalen" Englischsprecher.

Als Pastoral-Animator hat sie die komplette Verantwortung in nahezu allen pastoralen Belangen. Priester "borgt sie sich aus", wenn sie sie braucht. F. Henry von High Level ist sozusagen "ihr Priester" - hat aber im operativen Geschäft nicht wirklich was zu sagen (um ehrlich zu sein, schaut er auch nicht so aus, als dass ihm das ein Problem sei - macht ja Arbeit ...).
Bilder von der Winter Road nach Fox Lake

Der erste Abschnitt nach Verlassen von Fort Vermilion führt etwa 30km entlang einer Gravelroad - diese Straßen sind die normalen Nebenstraßen im Norden Kanadas (ganz im Norden werden sogar Highways als Gravelroad geführt - das geht dann schon gewaltig auf den Verschleiß der Reifen) - Höchstgeschwindigkeit 80km/h
Danach kommt für 40km eine zweispurige Forststraße. Da an diesem Tag im Wald gearbeitet wurde und der Weg ein öffentlicher regulärer Verkehrsweg ist, stand am Beginn dieser Straße ein "Advisor". Der hat Aufgabe jedes in das Gebiet einfahrende auto zu melden, den Fahrer auf allfällige Gefahren durch Schwerlaster aufmerksam zu machen und auf die Höchstgeschwindigkeit (60km/h) hinzuweisen. Am Ende der Arbeitszone steht übrigens auch ein Advisor - was nichts anderes heißt, dass Du eigentlich nicht verloren gehen kannst, weil auch das Verlassen des Fahrzeuges gemeldet wird.
Danach kommt die Bushroad - die ist nur einspurig mit relativ vielen Ausweichen und doch etwas rauer als die anderen beiden Straßentypen (Streckenlänge ca. 30km - also 60km/h bin ich nicht gefahren)
Und für mich als Mitteleuropäer am faszinierendsten waren natürlich die zwei Flussquerungen über eine Eisbrücke - über diese fahren auch 60t LKW! - In den nächsten Wochen werde ich einmal nach Yellowknife fahren. Dabei ist der McKenzie über eine 3km lange Eisbrücke zu queren (für Interessierte: in Google Earth Fort Providence, North West Territories suchen)
Die gesamte Fahrtzeit beträgt von Fort Vermilion bis nach Fox Lake (ca. 100km) etwa zwei Stunden.
Und im Anschluss gibts noch ein paar weitere Bilder von dieser Fahrt
Winterroad nach Fox Lake
God bless you

Freitag, 2. Januar 2009

Kanadas verrücktes Wetter

Es scheint so zu sein, dass bis auf die Kälte (und die ist in der Region normal) das Wetter in großen Teilen Kanadas verrückt zu sein scheint. Z. B. In Ontario und Quebec dürften schon das zweite Mal in diesem Winter hunderttausende Menschen bedingt durch Stürme für mehrere Tage ohne Strom zu sein, im Süden Ontarios treten Flüsse über die Ufer, in Vancouver wird die Stadtverwaltung mit den Tonnen von Schnee nicht fertig (und geht deswegen gleich mal auf Urlaub – wenn ich die Schlussbemerkung der Nachrichten richtig verstanden – der Regen wird den Schnee schon wegspülen), Lawinenabgänge in British Columbia (8 tote Snowmobilers vorgestern im Südwesten Albertas). Und ich weiß nicht, ich werde persönlich den Eindruck nicht los, dass es oft an Ressourcen fehlt, um diverse Notfälle zu bewältigen (z. B. scheint es so zu sein, dass das ein ausgeprägtes Feuerwehrwesen gäbe wie bei uns, wo ja im Notfall ja wirklich ein große Anzahl von Menschen zur Verfügung steht), auch habe ich Nachrichten keine Soldaten zur Unterstützung der Aufräumarbeiten gesehen …
Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte vielleicht sein, dass hier in Nordamerika und womöglich auch in England ein etwas anderen Gesellschaftsbegriff gedacht wird als wir ihn in Mitteleuropa leben, aber dazu mal später.

Sonnenuntergang

Nach der „Bescherung“ bin ich mit dem Auto wieder zum See gefahren – es hatte gerade mal – 27° (um 15:00 – gegen 16:00 – Sonnenuntergang hatte es gerade mal -30°) - Bäume, Sträucher, Gräser scheinen zu einer Passion von mir zu werden …
Subarctic Sunset

Mittwoch, 23. Juli 2008

Nordamerikanische Kultur/Kunst- oder auch ein wenig Sozialgeschichte

Heute habe ich sozusagen EIN Denkmal Nordamerikas besucht: Die Casa Loma (bzw. auch die Originalseiten anklicken) auf einem Hügel in Toronto an der Spadina Road - die sich von der Küste des Lake Ontario nordwärts bis an die Stadtgrenze erstreckt.

Ein Großkapitalist des ausgehenden 19. / beginnenden 20. Jrh. vergönnte sich diesen Bau, den er aber letztendlich nicht fertigstellen konnte, weil er pleite ging. Für mich ist irgendwie faszinierend, dass dieser Bau zu einem wichtigen Denkmal Torontos, wenn nicht gar Kanadas werden konnte. Die Einrichtung ist zwar auf ihre Art edel und gediegen, ist aber wiederum für einen gelernte Europäer doch nicht ganz auf der Höhe der damaligen Zeit, die in Wien z. B. von einem Otto Wagner, Adolf Loos, Gustav Klimt, Egon Schiele, den Werkstätten der Wiener Sezession geprägt war. Kopieren einer als gut empfundenen Zeit war bei der Gestaltung dieses Gebäudes Pate gestanden und vor allem, so scheint es mir, ein ungebrochener Romantizismus - so scheint der Bauherr Sir Henry Pallet ein glühender Royalist gewesen zu sein, was sich auch dadurch äußert, dass der eigentlich meist sehr erfolgreiche Broker und Finanzmagnat glühender Offizier der Queen´s own Rifles - einer Art kanadischer Eliteeinheit gewesen ist.

Jedenfalls ist´s spannend zu beobachten, welch große Scharen mit Audioguide bewaffnet durch ein eigentlich nicht anderes als Wohnhaus (wenn auch sehr prunkvoll) seiendes Gebäude laufen (ich hab mir keinen besorgt - hab viel lieber für euch Fotos gemacht)
Casa Loma

God bless you

Montag, 21. Juli 2008

Mein erster Sonntag in Toronto

Gestern habe ich der ersten Eucharistiefeier seit meinem Eintreffen hier in Kanada vorgestanden. Also gleich mal vorweg: Ich beginne jetzt schon die Feiern in Schönbach und Kirchbach zu vermissen. Also stellt euch mal vor: Etwa 80 Leute sitzen verstreut in einer Kirche, wo locker die fast 10fache Anzahl der Leute Platz hätte. Singen tun allemal die Kantorin und meine Wenigkeit und vielleicht sonst noch wer in der Kirche, was aber kaum zu hören ist. Begleitet wird das von einem Klavier, welches in den Bankreihen der Kirche steht. Ministrantinnen sind zwei etwa 60 Jahre alte Frauen (die aber auch gleich Kommunion spenden).
Aber eines muss ich wiederum auch sagen, die Leute sind sehr aufmerksam und alles in allem eine würdige, schlichte Eucharistiefeier. Nachher gab´s Kaffee und Kuchen und jede Menge interessanter Unterhaltungen. Zugegeben, die Kirchengemeinde ist schon relativ betagt; außer zwei Intellektuelle, eine junge Frau, die in Frankfurt Philosophie studierte und ein junger Deutscher, der am St. Michael´s College eine Post-Doc-Stelle hat, bin ich mit Abstand der Jüngste gewesen. Eines aber ist sicher auch klar, die freuen sich sehr über mein Hiersein - habe ihnen aber gleich klar gemacht, dass ich im Frühherbst weiterziehen werde.
Ja und sonst ist alles ganz gut gelaufen - draußen regnete es, so einen richtig warmen Dauerregen so konnte ich am Nachmittag nicht raus - erst am Abend ergab sich eine Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang um ein paar Häuserblocks.
Gestern hat mir ein Pater sozusagen eine kleine Sprachstunde gegeben *gg* - wir deutsch sprechenden haben wirklich unsere liebe Not mit dem englischen *th* - entweder lassen wir es verschwinden (wie ich es mache - dann wird so manches falsch oder gar nicht verstanden) oder es kommt so eigenartig übertrieben raus, dass es mir zumindest ziemlich lächerlich vorkommt - da muss ich daran arbeiten.
Versuchte mich wieder über Sprachkurse schlau zu machen - an der UNI könnte es was werden, wenn der nicht um fast $1300,- kosten würde - stöhn - aber irgendwie muss ich da eine Entscheidung treffen - und das bald - er würde nämlich am 5. August beginnen...
God bless you

Samstag, 19. Juli 2008

Hundstage in Toronto

Toronto liegt etwa auf der gleichen geographischen Breite wie Florenz (sogar ein wenig drunter) und inmitten eines Seengebietes, dessen Fläche größer als jene Österreichs ist - also praktisch am Meer. Deswegen kann es hier schon mal ziemlich schwül sein. Heute Freitag war so ein Tag. Am Vormittag schlenderte ich nach Yorktown, dem noblen Geschäftbezirk Torontos - aber eigentlich nicht wirklich aufregend. Irgendwo wird ein neuer Wolkenkratzer gebaut, Baulärm, Verkehrsinfarkt - das die Nobelboutiquen sich das so gefallen lassen? Wenigstens fand ich einen gut sortierten Drogeriemarkt um Schuppenschampoo und eine vernünftige Nagelschere zu kaufen.
Zu Mittag war ich das erste mal beim Lunch daheim; eine gute Minestrone gab´s da, Thunfischsandwich, und jede Menge verschiedener Salate.
Am Nachmittag hab ich mich dann mal für eine Zeitlang auf´s Ohr gehauen - erst am späteren Nachmittag habe ich mich aufgerafft, um im Kensington-Market noch ein paar Fotos zu schießen und in meinem Stammcafé einzukehren.

Hier sind ein paar Fotos von diesem Tag:

God bless you

Freitag, 18. Juli 2008

Die Stadt in einem Park ...

... so beschreibt sich die Stadt Toronto selbst. Und so habe ich mal Donnerstag Nachmittag dieses Motto auf die Probe gestellt. Und ich muss gleich mal sagen, es stimmt. Bin aus der U-Bahn mit einem vagen Verdacht an der Station St. Claire ausgestiegen, weil auf der Karte in deren Nähe ein schmaler aber dafür langer grüner Streifen erkennbar war, und ich bin nicht enttäuscht worden. Von einer Brücke führt ein steiler Steig hinunter in ein enges Flusstal, dass sich etliche Kilometer dahinzieht. Am Ende war dann auch noch so eine Art Biotop auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei. Ein Paradies für allerhand Vögel, Schmetterlinge, Fische, Libellen, sogar Schnappschildkröten sollen dort leben (auch wenn ich keine gesehen habe - vielleicht meinten sie, ministrieren zu sollen ...) - jedenfalls ein schöner und auch sehr besinnlicher Nachmittag - viel Zeit gehabt, Eindrücke aufzunehmen, vieles hintanzulassen ...

Donnerstag, 17. Juli 2008

Altes und Neues

Was mich an dieser Stadt bis jetzt fasziniert, ist ihre Gelassenheit und Entspanntheit. Aus einer Nebenbemerkung eines Paters entnahm ich, dass in Toronto Menschen aus rund 200 Volksgruppen zusammenleben. Und so kommt´s mir vor, macht das geradezu den Reiz dieser Stadt aus.

Gestern bin ich durch ein paar Geschäfts- und Boutiquenviertel gelaufen. Es gibt scheinbar nichts, was es nicht gibt. In der Queensstreet und der Yongestreet reihen sich die einzelnen Geschäftslokale und Restaurants eng aneinander. Sie sind alle in kleinen, auf den ersten Blick vergammelt scheinenden alten Häusern aus den 30er Jahren untergebracht, hinter denen die Hochhäuser und Wolkenkratzer hoch aufragen. Das Preisniveau ist für mich als Europäer erfreulich günstig (in einem Einkaufscenter, in dem ich herumschlenderte fand ich Lewis-Jeans 501 um gerade mal ca. $80,- -wären bei uns so €55,-).


In der Stadt herrscht rege Bautätigkeit - es scheint, dass nicht wenige Häuser, sozusagen nach Ablauf ihrer Lebenszeit, einfach abgerissen werden und an dessen Stelle ein Hochhaus oder Wolkenkratzer errichtet wird. Immer wieder aber gibt es diese eigenartigen Kombinationen, wo ein kleines Häuschen irgendwie verloren zwischen den Wolkenkratzern stehengeblieben ist.


Gestern Mittwoch war jener Wallfahrtstag (wöchentlich!!!) zum Bild der Muttergottes der immerwährenden Hilfe. In der Früh um 7:30 waren geschätzte 100 -120 Leute in der Messe, noch weitere 5 Messen folgen bis am Abend. Die meisten Mitfeiernden sind so scheint es mir Latinos und Philippinos und einige Ostasiaten. Um besser mitfeiern zu können, habe ich mir die Antworts- und Gebetstexte für die Messe in mein Notizbuch geschrieben - da werde ich schon reinwachsen - Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Für die nächsten beiden Sonntage habe ich schon meine Aufträge ausgefasst. Für den kommenden kann ich mir aussuchen, ob ich mit der Burgenländischen Gemeinde auswärts bei einem Landsmanntreffen feiere oder in der Pfarrkirche (wählte letzteres) - und am Sonntag drauf, feiere ich die Eucharistie auswärts mit den Gottscheern (ehemaligen Bewohnern der Gottschee, ca. 70km südöstlich von Ljubiljana). Ich bin schon neugierig auf die Begegnungen hier.