Donnerstag, 8. Januar 2009

Ein paar Viechereien bei -29°




Diese wilden Pferde und die Bisons treiben sich ungeniert und unbehelligt inmitten der Ansiedlung rum und lassen sich eigentlich nicht stören



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Mittwoch, 7. Januar 2009

Ein beeindruckendes Zeugnis

Am Neujahrstag feierte ich in Meander River die Heilige Messe. Am Anfang hat es danach ausgesehen, als die beiden mich begleitenden geistlichen Schwestern und ich alleine wären – obwohl die Gemeinde mich gebeten hat, zu kommen. Aber eine ¼ Stunde später waren wir zu viert und während der Predigt kamen noch 3 weitere Mitfeiernde dazu (ihr wisst schon – Indian Time …).
Nach der Hl. Messe lud uns eine der Mitfeiernden – Rosemarie – zum Mittagessen ein (Turkey, Mashed Potatoes, … das übliche halt). Die Begegnung aber mit diesem Ehepaar war dann eine meiner spannendsten und beeindruckendsten Begegnungen bis jetzt in Kanada.
Rosemarie arbeitet als Sozialarbeiterin (ich vermute sogar im Sold der Diözese – genau weiß ich es aber nicht) im Reservat Meander River. Beeindruckend vor allem, wie sie zu diesem Beruf gefunden hat. Ihr damals 24jähriger Sohn wurde 2004 in Chateh getötet (vermutlich eine „b'soffene G'schicht“ - wie ich indirekt dem Gespräch entnehmen konnte). Während der Trauerphase verspürte sie immer mehr den Ruf, einen Beitrag zu leisten, dass dies nicht mehr geschieht und ließ sich in Kursen zur Sozialarbeiterin ausbilden.
Beeindruckend war vor allem, was sie zum Thema Vergebung und Verzeihen gesagt hat. Sie ließ nicht zu, dass Wut, Hass und Zorn sie blindwütig verzehrten. Nein im Gegenteil, sie kann der Familie des Täters, und so weit ich es verstanden habe, sogar dem Täter selbst in die Augen sehen. Das ist aber nicht Verdienst eigener heroischer Leistung und Selbstüberwindung sondern vielmehr gab ihr ihr Glaube Kraft in dieser schweren Zeit. Und auch jetzt merkt sie, wie sie im Gebet Kraft findet ihre manchmal hoffnungslos scheinenden Aufgaben in der Gemeinschaft zu lösen.
So und jetzt warte ich darauf, diesen Artikel als ersten durch meinen Internetanschluss im Pfarrhof zu schicken. Der Techniker ist schon da – es kann sich jetzt nur noch um eine kurze Zeit handeln
God bless you

Hurra - es ist so weit ...

... ich bin im Pfarrhof Chateh online!

Freitag, 2. Januar 2009

Indigene Kultur – Ideal und Wirklichkeit ...???

Nein – das wird jetzt keine Abhandlung – aber ich werde jetzt von Zeit zu Zeit versuchen, anhand der Einträge in meinem Reiseführer (der wirklich gut ist – Iwanowski's Tipps! für individuelle Entdecker; Kanada – Westen mit Südalaska) und meinen Erfahrungen ein subjektives Bild der Realitäten der indigenen Kultur der Dené Tha zu vermitteln. Wie gesagt: es ist ein subjektives Bild und erhebt in keiner Weise Anspruch auf Allgemeingültigkeit – aber denke dann doch, dass es seine Richtigkeit haben kann.
Vorerst ist einmal zu beachten, dass ich als Waldviertler möglicherweise einen etwas anderen Blickpunkt einnehme als viele andere Menschen hier. Ich möchte mal damit beginnen, dass ich beschreibe, was möglicherweise Waldviertler und die Dené Tha gemein haben.
In mancherlei Hinsicht ist die Lebenssituation der 1st Nations in Kanada nicht unähnlich jener der Waldviertler vor vielleicht 30 bis 40 Jahren. Die allgemeine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung hat diese Menschen weit zurückgelassen. Der Grund dafür liegt nicht unwesentlich darin, dass die 1st Nations – teilweise fundamental – andere Wertbegriffe haben, als die Gesellschaft der „Weißen“ (ich nehme dieses Wort einmal generell für „Nicht-Natives“). Eine solche Unterschiedlichkeit in der Wertigkeiten fand sich in nicht unerheblichen Teilen der Waldviertler Bevölkerung. Gepaart mit einer Reihe weiterer benachteiligender Umstände wurde auch das Waldviertel nicht unerheblich abgehängt.
Ein weiterer Punkt ist die Heimatverbundenheit. Das diese bei den Waldviertlern sehr ausgeprägt zu sein scheint, brauch ich ja nicht weiter zu erklären. Bei den Dené Tha ist das Land der Ahnen selbst etwas heiliges. Konnte man vielleicht noch mit dem Nützlichkeitsdenken angelsächsischer Prägung nachvollziehen, warum die Dené in historischer Zeit nicht in den Süden gekommen sind (die anderen Stämme der Prärie haben das erfolgreich verhindert), so könnte man sich ja nun wirklich fragen, warum diese Menschen noch immer in diesem Land leben, wo sie wo anders doch wesentlich einfacher leben könnten. Es ist die oben angeführte Verbundenheit mit dem Land, der diese Menschen nicht weggehen lässt.
Natürlich sind da nicht unerhebliche Unterschiede: z.B. sind die Dené (wie auch andere Stämme) nicht wirklich ambitioniert – d.h. es wird eher erst dann mal etwas gemacht, wann es notwendig scheint, auch gibt es kaum länger anhaltende Planung und der nicht vorhandene Zeitbegriff der nordamerikanischen Urbevölkerung ist sowieso sprichwörtlich (das hat nichts mit Unpünktlichkeit zu tun – alles Tun und Lassen wird wirklich vom Augenblick bestimmt). - Aber aus der nomadischen Kultur von Sammlern und Jägern, zumal in den arktischen und subarktischen Zonen, wird das wohl verständlich – es galt Energie (eigene Körperenergie wie auch Holz) zu sparen, nachhaltig für Generationen mit den wenigen Ressourcen umzugehen und die langen eisigen Winternächte stellen sowieso ganz eigene Anforderungen.
Demnächst geht es weiter mit: Probleme in der Community …

God bless you - und schaut euch noch ein paar Posts darunter an - diesmal habe ich offline auf Vorrat geschrieben und 4 Posts nacheinander eingestellt

Kanadas verrücktes Wetter

Es scheint so zu sein, dass bis auf die Kälte (und die ist in der Region normal) das Wetter in großen Teilen Kanadas verrückt zu sein scheint. Z. B. In Ontario und Quebec dürften schon das zweite Mal in diesem Winter hunderttausende Menschen bedingt durch Stürme für mehrere Tage ohne Strom zu sein, im Süden Ontarios treten Flüsse über die Ufer, in Vancouver wird die Stadtverwaltung mit den Tonnen von Schnee nicht fertig (und geht deswegen gleich mal auf Urlaub – wenn ich die Schlussbemerkung der Nachrichten richtig verstanden – der Regen wird den Schnee schon wegspülen), Lawinenabgänge in British Columbia (8 tote Snowmobilers vorgestern im Südwesten Albertas). Und ich weiß nicht, ich werde persönlich den Eindruck nicht los, dass es oft an Ressourcen fehlt, um diverse Notfälle zu bewältigen (z. B. scheint es so zu sein, dass das ein ausgeprägtes Feuerwehrwesen gäbe wie bei uns, wo ja im Notfall ja wirklich ein große Anzahl von Menschen zur Verfügung steht), auch habe ich Nachrichten keine Soldaten zur Unterstützung der Aufräumarbeiten gesehen …
Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte vielleicht sein, dass hier in Nordamerika und womöglich auch in England ein etwas anderen Gesellschaftsbegriff gedacht wird als wir ihn in Mitteleuropa leben, aber dazu mal später.

Sonnenuntergang

Nach der „Bescherung“ bin ich mit dem Auto wieder zum See gefahren – es hatte gerade mal – 27° (um 15:00 – gegen 16:00 – Sonnenuntergang hatte es gerade mal -30°) - Bäume, Sträucher, Gräser scheinen zu einer Passion von mir zu werden …
Subarctic Sunset

Am Dienstag Nachmittag war Bescherung

Ich sage nun mal ein recht herzlich ein kräftiges DANKE und VERGELTSGOTT – ich war über die viele ECHTE Post wirklich überrascht – und vor allem, dass sogar die Kekse durchgekommen sind – sogar „mein“ Lebkuchen war dabei – ich war total überrascht. Allen eine herzliches Dankeschön – ich habe mich unheimlich gefreut... - persönliche Antwortschreiben in den nächsten Wochen ...

God bless you