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Donnerstag, 25. Juni 2009

Die Reise geht los!

Es ist jetzt kurz nach 5 Uhr früh am Morgen. Die letzten Tage (vor allem der Montag und Dienstag) waren ereignisreicher, als ich es mir eigentlich wünschte. Also mal nach der Reihe:

Am Sonntag gabs BBQ bei Monika in ihrer Cabin (altes Holzhaus - ich meine richtig alt - viel improvisiert, aber wirklich gemütlich - ein schöner Abend mit beeindruckendem Sonnenuntergang).
Am Montag ging es dann zeitig in der früh (3/4 6) ab nach McLennan. Dort hatte ich ein Gespräch mit Erzbischof Pettipas, gemeinsames Mittagessen, Verstauen eines Großteils des Gepäcks (was ich auf der Reise nicht brauche) im Keller, wo es bleibt bis war am 11. Juli das Auto zurückbringen) - und dann Weiterfahrt nach Edmonton über die Swan Hills. Und hier begannen die Probleme.

Das Auto wurde immer schwächer - es war teilweise mühsam auf die Hügel hinaufzukommen. Ich vermutete zuerst die Zündkerzen - na ja bis Whitecourt bin ich mal gekommen - aber leider hatten dort die Werkstätten schon geschlossen - in einem Teilemarkt habe ich dann mal einen neuen Luftfilter besorgt und selbst eingebaut und mich auf die Socken gemacht nach Edmonton - na ja, irgendwie konnte ich schon mit den 100km/h mithalten, aber alles in allem - mühsam.

Na ja - am Dienstag fuhr ich mal in eine Werkstatt - der Mechaniker stellte nach kurzer Fahrt fest - das sind nicht die Kerzen - das sind die BEIDEN Katalysatoren - die sind blockiert und schicken tw. Abgase zurück. Wird aber in seiner Werkstatt nicht gemacht - er vermittelte mich zu einer anderen kleinen Werkstatt mitten in der Stadt - wieder mit Bauchweh auf den Weg gemacht.

Kurz und gut: Katalysatoren gewechselt, Erzdiözese zahlt, ich glücklich, Neffen mit noch erträglicher Verspätung (ca 1/2 Stunde) abgeholt.

Wir trafen uns dann mit einer Chemikerin der Universität Edmonton, die gerade an ihrer Dissertation laboriert (im wahrsten Sinne des Wortes) - waren gemeinsam essen (eher teuer) - anschließend noch in einem Irish Pub (mit wirklich guter irischer Live Musik) - danach spät ins Bett.

Gestern dann habe ich meinen Neffen in der Stadt abgesetzt (er wollte noch mal seine Bekannte treffen - Labortratsch sozusagen) - ich habe mich ein wenig in Edmonton herumgetrieben, einen Leatherman gekauft (nachdem ich den alten wieder mal irgendwo verstreut habe - ist nicht ganz billig, aber ich komme ohne dieses Zeugs nicht mehr aus) - wieder zurück nach St. Albert (in diesem Stadtteil befindet sich das Zentrum der OMI bei denen wir wohnen) - dort Mittagessen mit dem ehemaligen, jetzt pensionierten Erzbischof von Grouard-McLennan Msgr. Gimeaux, Treffen mit F. Filion (meinem Vorgänger in Assumption) und dann wieder zurück in die Stadt, Neffen aufnehmen und in die West Edmonton Mall - Geld ausgeben (na ja, so schlimm war es dann auch nicht). Essen in der Spaggetti-Factory, zurück nach St. Albert - danach ein nahe gelegenes Pub zu Fuss aufgesucht, geplaudert, seit dem 23. November das erste Bier getrunken, schlafen gegangen - und jetzt muss ich diesen Kurzbericht schließen - Koffer packen und alles herrichten für die große Reise - heutiges Ziel: Ft. Nelson in Norther BC - sind mal so knapp 1000 km

Samstag, 30. Mai 2009

Wer immer sich über den ORF beschwert ...

... hat noch nie Kanadas scheinbar einzig terrestrisch empfangbaren Kanal gesehen (zumindest ich kann keinen weiteren reinbringen) - hier wird tatsächlich am Hauptabend entweder Hockey übertragen, bzw. (ich unterstelle mal, weil diese Fa. nahezu pleite zu sein scheint und nicht mal mehr die Übertragungsrechte komplett zahlen kann) Wiederholungen alter Dokumentationen oder Wiederholungen der Wiederholungen eher billig selbstproduzierter Comedyshows. Einzig und allein die Nachrichten sind - glaube ich zumindest - keine Wiederholungen ...- und Peter Mansbridge ist wirklich ein genialer Anchorman.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Ich konnte einfach nicht anders ...

... es musste sein. Ich hielt es nicht mehr aus. Bei der kleinsten Luftbewegung wurde gleich alles durcheinandergewirbelt, es schaute einfach entsetzlich aus, war nicht wirklich zu bändigen, bedurfte ziemlich großen Aufwands bei eigentlich mäßigem Erfolg - und dass es irgendwann einmal besser ausgeschaut hätte nach möglicherweise einem weiteren Jahr - NEIN, so lange konnte ich nicht warten - in 20 Minuten war es erledigt. Das Resultat:

Denn Rest könnt ihr euch ja vorstellen ... zumindest schauen sie mich bei der Grenzkontrolle nicht mehr blöd an *ggg*

Donnerstag, 21. Mai 2009

"If you think, something is crazy - it's just normal here!"

... War lachend der Satz Monikas, als ich ihr am Telephon erzählte, dass ich am kommenden Montag ein und den selben Leichnam an zwei verschiedenen Orten zur selben Stunde beerdigen soll. Aber Gott sei Dank ist die Diözese so "klein", dass die Finanzkammerdirektorin das auscheckt. So ist nun fix, dass ich am Montag nach Meander River zum Begräbnis fahre (und nicht hier in Assumption) - ehrlicherweise muss ich sagen, kommt mir das sowieso mehr entgegen, weil in Meander River eine etwas bessere Feierkultur besteht.

Übrigens mein Terminplan für kommendes Wochenende:

Samstag:
  • spätestens 10:30: Abfahrt nach Fr. Vermilion (180km)
  • 13:00 Begräbnis in Ft. Vermilion
  • 17:30 Erstbeichte in Assumption (180km zurück)
Sonntag:
  • 8:00 Abfahrt nach High Level (105km)
  • 10:00 Erstkommunion in High Level
  • 14:00 Erstkommunion in Assumption
Montag:
  • 10:00 Abfahrt nach Meander River (180km)
  • 13:00 Begräbnis in Menader River
Und natürlich zurück und hoffen, dass das nicht so weitergeht in den nächsten Wochen ...

Mittwoch, 20. Mai 2009

Meine "erste" Erstkommunion (von insgesamt 4)

Am vergangenen Sonntag war es so weit. Erstkommunion in Meander River. Nachdem den Kindern, Eltern und der Gemeinde gesagt wurde, dass die Feier schon um 12:00 Mittag beginnt, konnten wir fast pünktlich um 12:40 anfangen. Natürlich war es etwas anders als daheim (na no na net - ist ja auch nicht im Waldviertel *ggg*) aber auf seine Weise war es ein wirklich schönes Fest. Von den 8 Erstkommunikanten kamen tatsächlich 7 und dank Sr. Rose's Vorbereitung war es auch wirklich ein würdiges Fest (obwohl mit der einen oder anderen kleinen Panne - aber was soll's - man weiß ja, wo man hin will). Sogar drei Ministranten hatte ich dabei (die habe ich am Donnerstag davor auf Bitte Sr. Rose' in einem Crashkurs eingewiesen - muss sagen, die waren rather smart). Anschließend gab es ein Putlock mit gedünstetem Elch, Huhn, Panek (Art Native Faschingskrapfen), jede Menge süßes und klebriges Zeug für die Kids, ... Jedenfalls war es wirklich ein schönes Fest.




Im Anschluss ging es dann auf die große Reise nach Wabasca zu einer Diakonenweihe - ich sage nur mal so viel: Überlasse das Organisieren niemals einer philippinischen Klosterschwester; ich habe mich bei dieser Reise darauf verlassen:
1) Der Weg über McLennan ist nicht viel länger als die Gravelroad zwischen Ft. Vermilion und Wabasca (in Wirklichkeit wäre letzteres trotz 280km Gravelroad 2 Stunden weniger Fahrzeit)
2) Es ist alles vorbereitet, wie können in Wabasca im Pfarrhof übernachten - nur wo ist dieser, und wie findet man diesen um ca. Mitternacht (es ist um diese Zeit auch dort schon stockfinster), in einer Streusiedlung von Trailerhomes und Busch zwischendurch - kein Hauptplatz, keine Wegweiser (schon gar nicht zu Kirche), ja nicht einmal der Ort selber ist ausgeschildert (und nebenbei befindet sich die Kirche in Desmarais, aber man sagt jetzt zur ganzen Ansiedlung Wabasca, was aber ursprünglich eine Reserve 6km im Norden war, wo aber die Kirche schon vor etlichen Jahren aufgegeben wurde ...) - Also kurz und gut - nach einer halben Stunde Herumfahrerei habe ich ein Motel gesucht - die waren aber wiederum alle irgendwie geschlossen oder was weiß ich was - und so rauschten wir in ein Noralta Lodge rein, was eigentlich nicht öffentlich, sondern nur für Ölarbeiter wäre. Aber Geld stinkt nicht, und so fanden wir dort ein Quartier; fragt nicht, was das gekostet hat - ich sage nur so viel: ich habe den Schwestern ziemlich deutlich gemacht - bei aller Großzügigkeit meinerseits - ich will Geld sehen (Zimmer mit Frühstück - $160,- netto!!!! - PRO KOPF - Jetzt wisst's warum Treibstoff so teuer ist; aber zumindest war die Qualität entsprechend - sauber and all inklusiv). Aber was soll's - Kreditkarte leistet viel, und mein Konto wird erst im Juni damit belastet, und ich habe ja auch schon den Scheck für die Nächtigung der beiden Schwestern bekommen. Ah so, ich musste natürlich alles mal vorschießen - die Schwestern haben kein Geld - dieser phillipinische MACE - Orden, dem die beiden Schwestern angehören, ist wirklich der erste echte Bettelorden, der mir untergekommen ist. Aber das wäre jetzt wirklich ein anderes Kapitel (und vor allem etwas für Spezialisten). - Zur Diakonweihe selber schreibe ich morgen oder übermorgen ...

Mittwoch, 13. Mai 2009

Na ja, eigentlich sollte man das ja nicht machen ...

... aber andererseits dürfte es nahezu von Garden River bis Rainbow Lake sowieso die Runde machen (sind so knapp 400km): Ich beginne mal so: Das Inculturation Program für ausländische Priester in Edmonton ist glaube ich für meinen nachfolgenden Mitbruder auch vonnöten. Er ist ja ein lieber Mann, aber eines sollte man NICHT machen: Wegen der Tagesordung einer Sitzung am kommenden Donnerstag am Samstag davor ab 22:00 alle Verantwortlichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in allen Pfarren unserer Region anrufen, mit der ganz wichtigen Botschaft, dass etwas geschehen muss mit dem Foundraising Dinner unseres Erzbischofs. Ich hatte ja noch das Glück, dass er mich schon um 22:00 Uhr angerufen hat - ich habe mich anfangs gar nicht ausgekannt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, warum man wegen sowas noch so spät anruft - nachdem ich es verstanden habe, habe ich ihm gesagt, dass er irgendwie die falsche Zeit für solche Anrufe gewählt hat - und das, glaube ich, hat er nicht verstanden. Weil er hat nachher noch alle möglichen und unmöglichen Leute in dieser Sache angerufen ... Ich glaube, dass ich ihm am kommenden Donnerstag sozusagen die allererste Unterrichtseinheit in Inkulturation geben werde, obwohl ich selbst kein Kanadier bin; Thema: Rufe ja nicht Leute nach 21:00 an, es sei denn, es handelt sich um einen absoluten Notfall (eigener Tod, plötzlicher Ausfall des Gemeindegottesdienstes aus wohl berechtigten Gründen, Brand, u.ä.) oder es ist mit der entsprechenden Person ausgemacht.
Ich glaube, dass die Leute hier noch viel Spass haben werden ...

Montag, 23. März 2009

Morgen habe ich meine erste Ministrantenstunde

Und zwar in Rainbow Lake. Dort werde ich nämlich das Triduum Sacrum feiern. Und da bis jetzt nur ein Ministrant zur Verfügung stand, habe ich vor zwei Wochen weitere Kinder angesprochen und so beginne ich morgen mit 5 Kindern zwischen 7 und 12 Jahre alt mit der Einführung in den Ministrantendienst. Das wird sicher nicht so aufwändig wie in Schönbach, weil in der Kapelle in Rainbow Lake sowieso nicht allzuviel Platz ist. Ich freue mich schon drauf.

Am Mittwoch bin ich Abends in Fort Vermillion zum Abendessen bei Monika Schmidt und ihrem Mann eingeladen. Die haben glatt vor ein paar Wochen (sozusagen im Hinterhof eines Bauern) eine Sau abgestochen - und nach 3 Monaten sehr fleischreduzierter Kost gibt es morgen mal was deftiges nach Berliner Art (ich habe ihr gleich gesagt, dass ich nicht unbedingt den Lungenbraten möchte ... - ich möchte euch jetzt nicht schildern, wonach mir das Herz steht - ich sage nur: Leberknödel, Krammeln, Schweinsbraten, geröstete Nierndln ... - man darf ja noch träumen :-D)

Am Donnerstag gehöre ich dann den ganzen Tag den Schwestern in Jon D'or Prairie; Erstbeichte, allgemeines Beichthören, Abendmesse - was halt so anfällt. Ich werde dort auch einige Fotos schießen, die Kirche ist dort ein Neubau, der einem traditionellem Tipi nachempfunden ist - angeblich soll sie so exponiert in den Plains liegen, dass sich an ihr Buschpiloten orientieren...

Danach muss das Auto wieder mal zum Ölwechselservice: Es stehen in den nächsten Wochen ausgiebige Fahrten an: Edmonton, McLennan ...

Na ja, das war mal so ein kleiner Zwischenbericht für diese Woche

Bis zum nächsten mal

God bless you

Freitag, 20. März 2009

Heute ist Equinox

... und ab morgen werden meine Tage länger als eure - am Anfang noch eher unmerklich, aber schon Mitte April haben mir Pfarrmitglieder gesagt, ist es um 9:00 abends (wenn die Osternacht beginnen soll) noch richtig hell. Ich muss aber auch sagen, dass der Ort Assumption in seiner Zeitzone (Mountain Daylight Time = Sommerzeit der Mountain Standard Time) schon sehr weit im Westen liegt (Die nächste Zeitzone - 9 Stunden Unterschied zu Mitteleuropa - ist nur etwa 150km entfernt) und deswegen auch der Sonnenaufgang eher später ist (um 7:00 ist es derzeit auch wirklich noch finster).

Schnee schaufeln im T-Shirt

Wenn man nichts zu erzählen weiß, dann spricht man über´s Wetter.

Na ja, so ist es auch wieder nicht, aber ich muss zugeben, jetzt schon länger nichts mehr in den Blog geschrieben zu haben. Also versuche ich mal die "Erlebnisse" der letzten Woche zusammenzufassen. Am Montag hatte ich mein erstes Begräbnis hier in Chateh - eine etwa 50jährige Frau, die eher ein unstetes Leben führte und letzendlich vermutlich an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums in Grand Prairie im Spital verstarb. Gott sei Dank war dann doch noch die Schwester von ihr etwa eine Stunde vor dem Begräbnis bei mir und gab mir zumindest ein paar Hinweise zu ihrem Leben, dass ich zumindest eine einigermaßen der Situation gerechte Begräbnisfeier aufstellen konnte. Ich bin heilfroh, dass mir Monika Schmidt vor ein paar Wochen ein ganz gutes Buch mit ausgearbeiteten Begräbnisfeiern geliehen hat. Es hat mir wirklich schon sehr oft geholfen. In einer Fremdsprache spontan auf Situationen einzugehen, ist ja wirklich nicht einfach und meist muss ich froh sein, wenn ich wenigstens eine halbe Stunde vor dem Begräbnis zumindest mit irgendjemand sprechen kann, der die Person kannte und auch über die Umstände des Todes Bescheid weiß.

Von Freitag voriger Woche bis am Montag Nachmittag hatte ich ein ganz massives Wasserproblem - nämlich durch die Decke, Die Deckenisolation des Hauses ist so schlecht, dass die Heizung das Dach aufheizt und sich im Laufe der Zeit ein Eispanzer bis zu 30cm dick dort festgesetzt hat. Durch das teilweise Tauen während des Tages hat sich Wasser durch manche Bereiche des Eises durchgearbeitet und irgendwie auch die Teerschindeln passiert - wie auch immer, drei Tage lang habe ich an wechselnden Stellen insgesamt 7 Wassereinbrüche durch die Decke gehabt. Interventionen bei der Band, das Problem zu beheben, waren nicht wirklich von unmittelbarem Erfolg gekrönt - am Montag schaute nach mehrmaliger Intervention der erste Arbeiter mal vorbei; am Dienstag vormittag kam dann ein anderer, am Abend ein dritter - wobei letzterer mir am kompetentesten vorkam. Am Mittwoch morgen kam dann der erste mit einer Leiter und einer Schneeschaufel - einen Eiskratzer gab ich ihm dann. Er probierte ein wenig herum, machte ausgiebigste Pausen und verschwand dann irgendwann, ohne irgendetwas zu sagen. Da er die Leiter hier ließ, probierte ich es dann selber und musste erkennen, dass es mit Schaufel und Eiskratzer wirklich nicht ging.

Endlich, heute Donnerstag am Nachmittag kam jener Mann mit drei weiteren Arbeitern, der mich zwei Tage vorher am Abend besucht hatte. Diesmal mit Vorschlaghammer - und - nach 2 Stunden war das ganze Eis herunten. Und demnächst wird die Deckenisolation verstärkt (15cm sind einfach zu wenig - er spricht davon, dass mindestens 30cm, wenn nicht sogar etwas mehr notwendig sind, um das Durchkommen der Wärme zu verhindern.

Jedenfalls bin ich mal froh, dass nach menschlichem Ermessen kein weiteres Wasser eindringen wird ...

So und jetzt mal zur Überschrift: Am verrücktesten ist jetzt in dieser Zeit die Temperatur: An der Sonne klettert das Thermometer tatsächlich auf über 20° obwohl die Lufttemperatur vielleicht mal - 10° beträgt. Wenn man direkt der Sonne ausgesetzt ist, und kein Wind geht, dann hält man es schon eine Zeit lang im T-Shirt draußen aus. Und tatsächlich habe ich im T-Shirt heute Schnee und Eis, das vor der Haustür lag (wegen der Räumung des Daches), weggeräumt - ca. 10 Minuten; ohne dass mir dabei nur ansatzweise kalt geworden wäre. Ja - und der Tag wird jetzt auch signifikant länger; Sonnenuntergang ist irgendwann jetzt um 1/2 8 Uhr abends - Und das wird weitergehen bis zu jenen Nächten ab Ende Mai, an denen es trotz untergegangener Sonne gar nicht mehr so 100% dunkel wird und auch mitten in der Nacht immer ein violettes Glimmern am Horizont sichtbar sein wird.

Und zum Abschluss noch das neueste Foto von mir. Ich sage es mal so: ich vertraue nur österreichischen Friseuren :-)
God bless you

Montag, 9. März 2009

Aus der heutigen Laudes

Im Hymnus heißt es (2. Hymnus der Lesehore):
...
Zeichen schauen wir nun,
Irdisches wird zum Bilde hier;
denn das kreisende Jahr
läßt nach des Winters Frost und Nacht
den Frühling die Erde für Ostern bereiten.
...
Heute morgen hatte es gerade zu der Zeit, da ich die Laudes betete:

- (in Worten MINUS) 38° Celsius

von wegen: ... nach des Winters Frost und Nacht DEN FRÜHLING DIE ERDE FÜR OSTERN BEREITEN

Wie es jetzt vor der Kirche aussieht, muss ich das wahrscheinlich selbst besorgen
In der Nacht vom Samstag auf Sonntag war ein richtiger Sturm, der große Mengen Schnee verfrachtet hat.

God bless you

Samstag, 28. Februar 2009

2. Jahrestag

Ich muss leider der jetzigen 3. Klasse der Hauptschule Schönbach eine traurige Nachricht überbringen: Ich rauche noch immer nicht!!! Also wird nichts aus der von mir seinerzeit als Wette eingesetzten dreitägigen Klassenreise nach Wien inklusive Prater und Kino.
Ja, es war am 28. Februar 2007 um 10:55 auf der Schafberger Höhe vor Grafenschlag, dass ich meine letzte Zigarillo nicht mal fertig geraucht mit den Worten: "Du bist a Depp!" ausdämpfte und aus dem Fenster warf.
Ich habe auch vorher schon öfters aufgehört mit der Raucherei, aber so massiv wie jetzt, war es noch nie (ich glaube nicht mal mehr, dass ich jemals geraucht habe).

Mittwoch, 25. Februar 2009

Ich muss es einfach schreiben ...

Mein Thermometer zeigt gerade um 8:05

- 40,1°
Sonnenaufgang vor dem Pfarrhof

Donnerstag, 12. Februar 2009

ich wurde gerade umgebucht

Damit verkürzt sich leider mein Aufenthalt in Vancouver um 2 Tage und somit komme ich schon am Dienstag, 21. Juli um ca. 18:00 in Schwechat an. Na ja, auch nicht so schlimm; möglicherweise werde ich dann vielleicht schon 2 oder 3 Tage früher meine Abschlusstour in den hohen Norden antreten - das muss ich mir aber noch mit Erzbischof Pettipas ausmachen ...

God bless you

Sonntag, 8. Februar 2009

Jetzt bin ich mal so richtig gemein ...

... und erzähle, was ich am Ende meines Aufenthaltes hier in Kanada gemeinsam mit meinem Neffen (der mich zu dieser Tour besuchen kommen wird) vorhabe.

Am 28. Juni feiere ich um 12:30 die letzte Hl. Messe hier in Chateh. Danach hat mir Erzbischof Pettipas noch bis zum 15. Juli den Truck zur Verfügung gestellt, damit ich noch meinen großen Ausflug machen kann.

Nur die wichtigsten Stationen und dazu wenn vorhanden ein Link

Insgesamt werden wir 18 Tage für diese Tour haben, insgesamt sind es etwa 7000km - ein paar Strecken werden wir sicher mehr durchfahren, bei anderen lassen wir uns sicher etwas mehr Zeit - aber alles in allem glaube ich kann ich nur für mich sagen: It´s a typical once in a live time chance to do this.

Ich freue mich schon irrsinnig drauf ...

Donnerstag, 5. Februar 2009

OK - zumindest sollte ich diese Woche am Mittwoch beginnen

Das ich in den letzten Tagen ein wenig "schreibabstinent" war, liegt daran, dass in den letzten Tagen nicht wirklich neues hinzugekommen ist.

Vorigen Samstag war das Begräbnis jenes Mannes, von dem ich im Bericht davor gesprochen habe in Meander River. Die Kirche war ziemlich voll, es wurde auch gesungen (was daran gelegen sein mag, dass doch auch eine erhebliche Anzahl Nicht-Natives am Begräbnis waren). Alles in allem eine schlichte aber würdige Feier. Zum anschließenden Totenmahl habe ich mich entschuldigt -ich habe ja einen Weg von ca. 2 Stunden bis nach Hause und eine Kleinigkeit einkaufen und tanken musste ich ja auch noch in High Level.

Am Sonntag habe ich wieder frei gepredigt (ohne Manuskript in den Händen) - ich hatte das Gefühl, dass das rübergekommen ist, was ich vermitteln wollte (Ich habe allgemein über das Wesen der Sakramente gesprochen, nachdem ich sogar einen kurzen bibeltheologischen Background zur zweiten Lesung gegeben habe - nicht ohne vorher anzumerken, dass letztgenanntes möglicherweise ziemlich an die Grenzen meiner Sprachfähigkeiten in Englisch stößt). Mit der Gottesdienstgemeinde in Rainbow Lake habe ich abgemacht, mit ihnen die Osternacht feiern. Die habe sich sehr darüber gefreut. In Chateh die übliche kleine Gottesdienstgemeinde ...

Am Montag musste mein Truck wieder zum Ölwechselservice, diesmal waren auch die Radlager zum Wcchseln dran. Vorige Woche habe ich endlich den Scheck für die Treibstoffkosten vom Dezember von der Diözese erhalten. Leider Gottes die falsche Bank (RBC) - die nächste Filiale ist in Peace River (ca. 280km südlich von High Level) - ich habe dann schon erwogen, ein Konto bei der CIBC einzurichten, aber Ausländer ohne kanadische ID-Card (Residential Card) können das nicht. Also Scheck retour schicken und warten auf einen anderen. Irgendwie kommt mir das ganze Bankenwesen in Kanada, zumindest so wie ich es hier in High Level kennengelernt habe, ziemlich kurios vor. Insgesamt wird hier im Geschäftverkehr ziemlich viel - meiner Meinung nach unnötiges - Papier herumgeschoben. Z.B. hatte ich für meinen Router $109,- zu berappen. Ich bekam dazu eine Rechnung - und sonst nichts: weder Bankverbindung noch Erlagschein noch irgendeinen Hinweis, wie ich das nun bezahlen sollte. Gut - ich rief dann das Unternehmen an und fragte was ich tun solle - na ja, sie boten eine Onlinemöglichkeit per Kreditkarte an - das war dann wiederum ganz einfach. Heute bekam ich die Rechnung, dass alles bezahlt sei. Die Kanadier scheinen ihre Post zu lieben - die machen sicher genug Geschäft, wenn jeder Geschäftsvorgang mit mindestens 2 wenn nicht mehr Briefen abgewickelt wird.

Am Dienstag war ich schlicht und ergreifend in einem bad shape - irgendeine blöde Bauchgrippe - nichts aufregendes, aber halt auch nicht gesund.

Heute Mittwoch hatte ich wieder mal Besuch von jener Frau, die mir schon ein paar mal versucht hat, Kunsthandwerk zu verkaufen. Diesmal kaufte ich ihr dieses Stück ab. Es ist eine Art "Fellrelief" (man hat mir gesagt, vom Karibufell)
Sie wird mir auch auf die Außentasche meines Anoraks eines der typischen Blumenmotive aufsticken.

Ja - und heute war es richtig warm (+1° um die Mittagszeit) und auch die nächsten Tage dürfte es nicht allzu frostig werden. Vielleicht ist der richtig harte Winter (< - 20° Tageshöchsttemperatur) schon gebrochen - böse wäre ich darüber nicht.

Übrigens die Tage werden jetzt spürbar (auch ohne Uhr) länger - bin schon richtig neugierig, wie das ist, wenn es dann in der Nacht gar nicht mehr so richtig dunkel wird, und die Sonne fast über den ganzen Horizont wandert (rund um Weihnachten lief sie ja vom Südost - nach Südwest - gerade mal ein wenig mehr als 90°;  im Sommer soll es dann von Nordost bis Nordwest gehen - knapp 270°)

God bless you

Samstag, 24. Januar 2009

Heute hatte ich das erste Mal einen Mountie im Haus

Nein - er trug nicht die fesche rote Uniform, auch nicht die hohen Reitstiefel und auch nicht den berühmten breitkrempigen Hut; und er kam auch nicht mit dem Pferd - nein er kam schlicht mit einem Policetruck und war ganz ähnlich adjustiert wie unsere Exekutivorgane.

Ja, und warum war er da. Ein voll betrunkener Mann am Nachmittag der vor deiner Haustür kniet (weil er nicht mehr stehen kann) - bei derzeit -22° eine eher lebensgefährliche Situation für den betroffenen. Er wollte, dass ich ihn nach Hause bringe - aber das war mir dann doch nicht ganz geheuer. So rief ich die RCMP (Royal Canadien Mounted Police - Bundespolizei - die bekannten Mounties) an. Und fünf Minuten stand ein freundlicher Officer vor der Haustür, der sich
erstens gleich auskannte; und zweitens den Betreffenden sofort mit Namen ansprechen konnte.

Kein verärgertes Wort vom Officer, ein freundlicher Mann ... (aber das gilt eigentlich als sprichwörtlich für diesen Exekutivcorps) - vielleicht ein wenig zum Weiterstudieren der englische Wikipediaartikel (der deutsche gibt wirklich nix her): Royal Canadian Mounted Police

God bless you

Montag, 19. Januar 2009

Heute habe ich mal einen "Doktortag" gehabt

Vor ca. 2 Wochen hat sich ein Provisorium verabschiedet und heute war ich mit diesem Problem beim Zahnarzt. Na ja, er kann leider auch nichts mehr machen, weil die übriggebliebene Substanz für einen Stiftzahn zu dürftig ist. Aber es sollte weiter keine Probleme geben bis ich wieder daheim bin. Aber dann kann ich mich schon auf mehrere Sitzungen für ein Implantat vorbereiten - unangenehm ...

Anschließend war ich dann auch gleich mal im Labor: Blutwerte machen und ähnliches - aber im wesentlichen müsste es passen (soweit ich das von meinen Blutzuckermessungen ableiten kann) ...

Aber eines war wieder lustig: vor allem im Spital waren sie mit mir als Barzahler schon einigermaßen gefordert. Stellt euch vor; die Schreibkraft hatte die aktuellen Preise für die einzelnen Untersuchungen nicht in der EDV sondern musste sie mühevoll aus diversen Ordnern zusammensuchen ... weird.

Aber wie ich das schon des öfteren bemerkt habe: in Sachen Buchhaltung und Organisation sind wir in Europa (vor allem in Österreich) meilenweit voraus. Die Zettelwirtschaft, die hier stattfindet ist manchmal schon kabarettreif.

So und jetzt geht es nach McLennan zu einem Diözesanmeeting - bin schon gespannt, was ich da wieder neues erfahren darf.

God bless you

Donnerstag, 15. Januar 2009

Das Programm für die nächsten zwei Tage

Begräbnis und Einladung zum Abendessen

So - gestern am späten Nachmittag bekam ich tatsächlich den Anfrage für mein zweites Begräbnis in Fox Lake - morgen Freitag Nachmittag. Das mag jetzt wahrscheinlich blöd klingen - aber ich freu mich schon drauf. Am Abend zuvor bin ich in Fort Vermilion bei der Pastoralassistentin und ihrem Ehemann zum Abendessen eingeladen. Ich werde dann dort auch gleich übernachten, um dann ganz entspannt am nächsten Vormittag nach Fox Lake weiterzufahren.

Wetter

Ja - und für die nächsten Tage ist so eine Art Fön angesagt. Vom Pazifik soll eine Warmluftströmung von Südalaska bis Edmonton über das Land streichen und für Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgen. Die arkitische Kaltluft wird dabei stark in den Osten (und Süden) abgedrängt, sodass es z. B. in Winnipeg (in etwa die gleiche geographische Breite wie Niederösterreich) -40° hatte. Auch in Toronto, das ja in etwa auf der gleichen geographischen Breite wie Florenz liegt, sind -14° ausgewiesen. Von den Nachrichten bekam ich mit, dass diese klirrende Kälte auch über die nördlichen Bundesstaaten des amerikanischen Mittelwestens hinwegzieht - teilweise sollen schon Schulen gesperrt worden sein.

Besuche


In den letzten Tagen bekam ich mehrfach Besuch von Leuten, die mir diverse Stickereien und selbstgemalte Bilder verkaufen wollen. Die Dinge sind ja wirklich ganz nett - und ich werde auch ein paar "indianische Devotionalien" erstehen, zumal sie mit ca. 20 - 25 Bucks ja finanzierbar sind. Andererseits aber nervt mich ein wenig die Aufdringlichkeit. Ich bin natürlich an Kunsthandwerk interessiert, aber andererseits muss ich doch etwas Zeit haben, um mir ein Urteil über die Qualität zu bilden (und das ist generell in Nordamerika - unabhängig von den Ethnien - nicht unbedingt einfach: die Leute haben überhaupt kein Problem mit Plastik und made in China; den Qualitätsbegriff, den ich dann doch stelle - vor allem an Material, Handarbeit, Originalität u.ä. - ist generell in Nordamerika fremd).

God bless you

Mittwoch, 14. Januar 2009

Meine Küche ...

Weil ich heute mal daran gedacht habe - was esse ich so:

Im Wesentlichen habe ich zwei Mahlzeiten: Frühstück und Abendessen.

Frühstück um ca. 9:00: 2 Tassen Kaffee, Vollkornbrot, Butter, Knoblauch (bitte nicht wundern - aber ich muss ja niemand küssen) und abschließend Müsli mit Joghurt

Abendessen um ca. 18:00: meist Gemüsesuppe danach entweder Reis oder Vollkornnudeln mit wahlweise: Lachs, Garnelen, Gemüse, vielleicht ein mal eine Dose Chilli - und wenn ich zu faul bin zu kochen (oder eher zum Abwaschen) dann esse ich auch schon mal ein Stück Mennonitenwurst oder eine Dose Lachs.

Dienstag, 13. Januar 2009

Heute ist Halbzeit

Mit dem 14. Jänner beginnt meine zweite Hälfte (na gut, weil ich erst am 23. Juli nach Hause komme, dauert diese ein paar Tage länger) meines Freijahres. Also ist es wie bei solchen Anlässen üblich, an der Zeit, ein wenig Resümee zu ziehen.

Ich will mal damit beginnen, zu überprüfen, was aus meinen ursprünglichen Plänen und Ideen geworden ist. Kurz und schlicht: Es ist anders gekommen. Und ich muss sagen: Es ist gut so. Meine Sprachkurse in Toronto waren unbedingt notwendig - ohne diese könnte ich meine jetziges Leben hier in Chateh sicher nicht führen. Auch sonst wurde mir so einiges geschenkt - das Kennenlernen der Deutschen Pfarrgemeinde, so manche Gespräche, einiges an Backgroundinformation durch die Museen, die ich besuchen durfte - und natürlich meine knapp 3 Wochen in Midland, die ich noch immer in sehr guter Erinnerung habe. Natürlich hätte ich mir nicht gedacht, so lange in Toronto zu bleiben, aber letztlich war es richtig und gut so.

Ja - ehrlicherweise habe ich mir auch meine restliche Zeit etwas anders vorgestellt - aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich das, was ich jetzt erleben darf, mir nicht mal vorzustellen gewagt hätte. In etwas eigenartig anmutender Beschaulichkeit in einem Pfarrhof in einem Reservat zu leben - das hätte ich mir so nicht vorzustellen gewag,(obwohl ich mal vor Jahren schon den Gedanken gehabt habe, ob es nicht möglich wäre, sozusagen mal einen Pfarrertausch zu machen und - damals noch - z.B. nach Alaska für ein Jahr zu gehen - aber wie hat schon mal wer gesagt: Lebe Deine Träume. Und genaugenommen hat sich das meiste so in meinem Leben gefügt, dass das herausgekommen ist, was ich mir erträumt habe: Ob es nun mein Pfarrerdasein im Waldviertel konkret in Schönbach/Kirchbach ist oder auch mein Freijahr in den Weiten des Nordens Kanadas (übrigens, ich wollte auch mal nach Inuvik - ca. 3500km von mir weg im Norden - auch das wird was: ich habe nach meiner letzten Messe in Chateh das Auto noch für weitere 20 Tage zur Verfügung, um diese Reise zu machen - höchstwahrscheinlich wird mich dabei mein Neffe begleiten... - nach dem Motto: diese Gelegenheit hat man nur einmal im Leben).

So ist für mich eines ganz deutlich geworden. Auch wenn ich meinte, dass so manche meiner Ideen und Träume durchkreuzt wurden, so ist mir doch immer wieder Neues und möglicherweise Besseres geschenkt worden. Wenn man will, kann man darin auch Gottes Wirken im Leben sehen - für mich ist dieses Wirken Gottes jedenfalls ganz evident.

God bless you